Wiltingen wirbt für die Ganztagsschule

Wiltingen wirbt für die Ganztagsschule

Dorothee Steinkamp, Leiterin der Grundschule St. Martin in Wiltingen, rührt die Werbetrommel für ein ehrgeiziges Projekt: die Ganztagsschule. Ihr Werben hat Erfolg. Beim jüngsten Informationsabend "kassierte" sie weitere sieben elterliche Absichtserklärungen und Ende letzter Woche noch einmal fünf. Damit ist das erste Ziel erreicht.

Wiltingen. (kdj) Mindestens 36 unterschriebene Absichtserklärungen sind notwendig, um die "ganz normale" Grundschule St. Martin in eine Ganztagsschule zu verwandeln. Dreißig der geforderten Willenskundgebungen lagen Schulleiterin Dorothee Steinkamp vor, als sie den außerordentlich gut besuchten, zweiten Info-Abend eröffnete.Dorothee Steinkamp bekam hochkarätige "Schützenhilfe" für ihr Anliegen: Karl-Heinz Frieden, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Konz (in dessen Zuständigkeit das Schulwesen gehört, soweit die Verbandsgemeinde Schulträgerin ist), warb für das Konzept Ganztagsschule, das (vor allem berufstätige) Eltern entlaste und den Kindern ungleich bessere Bildungschancen als die herkömmliche Grundschule eröffne. Das Wiltinger Vorhaben sei ein zusätzliches Angebot an interessierte Eltern, aber keine Verpflichtung, die Grundschule Wiltingen bleibe in ihrer jetzigen Form bestehen.Frieden erinnerte daran, dass die Frist für die Abgabe der (noch unverbindlichen) Absichtserklärung Anfang November ablaufe und eine Verpflichtung, die Kinder zur Ganztagsschule zu schicken, im März 2008 fällig werde. Grundsätzlich stehe die Verbandsgemeinde Konz als Schulträgerin hinter dem Projekt; denn die Ganztagsschule sei "mehr als zeitgemäß und überfällig". Die derzeit als Angebot zu realisierende Ganztagsschule könne später auf eine Nur-Ganztagsschule "umgestellt" werden. Damit möglichst viele Kinder die Chance nutzen können, seien für Ganztagsschulen die geltenden Schulbezirke aufgehoben.Aktuelle Diskussion um Familie und Beruf

Ulrich Müller (Gymnasium Konz) verwies als Moderator für den Bereich Ganztagsschule darauf, dass der Bedarf an dieser zusätzlichen Bildungseinrichtung auch im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um Familie und Beruf größer geworden sei. Dorothee Steinkamp gab noch einmal eine umfassende Übersicht über das Wesen der Ganztagsschule und die vielfältigen Angebote. Auch Lothar Rommelfanger, selbst "gelernter" Pädagoge, warb für die Ganztagsschule; an Dorothee Steinkamp gewandt, sagte er: "Wir unterstützen Sie bei allen Projekten. Wagen wir es doch einfach!" Die Bereitschaft, den Versuch zu wagen, zeigte sich, als sich am Ende des Informationsabends mit der Abgabe von weiteren sieben Absichtserklärungen deren Zahl auf 37 erhöhte - eine mehr als mindestens gefordert. Und am Wochenende gingen noch einmal fünf Erklärungen ein. Damit ist das Soll übererfüllt.