Windkraft im Hochwald: Kritiker warnen vor zu hohen Erwartungen

Windkraft : Windkraft im Hochwald: Kritiker warnen vor zu hohen Erwartungen

Die Interessengemeinschaft Rettet den Hochwald, warnt in einer Pressemitteilung vor „falschen Erwartungen“ bezüglich der möglichen Erlöse aus der Windkraft.

Die Interessengemeinschaft (IG) Rettet den Hochwald, die sich kritisch mit der Planung für neue Windkraftflächen in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil auseinandersetzt, warnt in einer Pressemitteilung vor „falschen Erwartungen“ bezüglich der möglichen Erlöse aus der Windkraft.

Damit reagieren die Mitglieder der IG auf Aussagen eines Projektentwicklers, der vor kurzem im Reinsfelder Gemeinderat über den Stand des Genehmigungsverfahrens für neun dort geplante Windräder berichtet hatte (TV vom 19. März). Der Vertreter der Firma Gaia hatte einen möglichen Zeitplan für den Bau der Anlagen angesprochen, nach dem womöglich im Oktober die Baugenehmigung durch die Kreisverwaltung Trier-Saarburg erteilt und Ende 2018 die Rodungsarbeiten für die Räder beginnen könnten.

Dieser in Reinsfeld vorgetragene Zeitplan sei „in mehrfacher Hinsicht unrealistisch“, kritisiert die Interessengemeinschaft. Sie veweist darauf, dass seit Anfang 2017 die Förderhöhe für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien über öffentliche Ausschreibungen durch die Bundesnetzagentur ermittelt wird. Erst wenn ein Betreiber von Windkraftanlagen in einer solchen Ausschreibung den Zuschlag erhalte, gebe es für das entsprechende Windrad auch eine Baugenehmigung, teilt die IG Rettet den Hochwald mit.

Pro Jahr fänden nur vier Ausschreibungen statt. Die Windkraftkritiker mahnen, dass mit dem Roden von Flächen für Windräder erst dann begonnen werden könne, wenn die Betreiber in einer dieser Ausschreibungen erfolgreich waren. Laut der Interessengemeinschaft lag die Vergütung für den Windstrom vor der Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bei neun Cent pro Kilowattstunde erzeugter Stromleistung. Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur im Februar 2018 hätten die Gebote der Anlagenbetreiber zwischen 3,80 und 5,28 Cent pro Kilowattstunde gelegen.

Für Standorte im Hochwald gibt es nach Berechnungen der IG 4,4 bis 6,12 Cent. Wegen der sinkenden Einnahmen sei zu erwarten, dass Investoren bereits geschlossene Pachtverträge mit den Gemeinden kündigten, um über deutlich niedrige Pachten nachzuverhandeln. Vor diesem Hintergrund sollten die Gemeinderäte prüfen, ob die „massive und Jahrzehnte dauernde Überprägung der Hochwaldlandschaft mit vielen Windrädern überhaupt noch politisch zu vertreten ist“.

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