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Winter vertreiben, Frühling begrüßen

Winter vertreiben, Frühling begrüßen

Seit den 30er Jahren ist in Pellingen die Tradition in neuerer Zeit verbrieft, mit Feuer die kalte Jahreszeit zu verscheuchen. Früher wurde ein Speichenrad ins Tal gerollt, heute ist es ein spezielles Gestell mit Rädern, das kräftige junge Männer mit Ketten den Hang herunterlassen.

"Äja oder Baar für de Fösendverbrennerschar", mit diesem Spruch sammelte die Pellinger Dorfjugend Eier und Bares für das Feuerradschieben in Pellingen. Dort stiegen am Wochenende etwa 30 "Fastnachtsverbrenner" auf einen Hang am Rande des Dorfes, um einen Karren mit brennbarem Material zu füllen und den Berg hinabzuschieben. Der Winter sollte damit vertrieben werden.
Das Spektakel war weithin sichtbar, denn der Hang war mit Fackeln gesäumt.

Die Pellinger Jungs hielten den brennenden Wagen beim Hinabrollen an Ketten fest, damit dieser auf Kurs blieb. Das Feuer symbolisiert die Sonne, die den Winter bekämpft und die Lebensgeister der Natur weckt.
Das Feuerradschieben selbst hat in Pellingen seit den 30er Jahren Tradition und diese wird auch weiterhin gepflegt.

"Das spielt in unserer Brauchtumspflege, neben Maibaumfest und Hexennacht, im jährlichen Veranstaltungskalender eine gewichtige Rolle", sagt der Ortsbürgermeister von Pellingen Horst Hoffmann. Vor dem ZweitenWeltkrieg war es noch ein Holzspeichenrad, das talwärts geschickt wurde. Auch das Strohrad sollte den Winter vertreiben und den Frühling begrüßen. Die Zeremonie wurde damals noch mit einem Gewehrschuss und einem Trompetensignal eröffnet.

Das ist der Pellinger Dorfchronik von Anton Willems zu entnehmen. Doch nicht nur auf die Natur soll mit dem Ritual eingewirkt werden.

Laut dem Ortschef würde damit nämlich auch der Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft gestärkt.
Dass dies funktioniert, war am Ende der Veranstaltung zu sehen. Die Dorfjugend feierte zusammen nach dem Feuerradschieben einen gelungenen Tag.