"Wir blicken ständig zum Himmel"

"Wir blicken ständig zum Himmel"

Der Winter hat im Hochwald seit Wochenbeginn erste dauerhafte Spuren hinterlassen, und der Skiclub Hermeskeil hat reagiert. Am Wochenende wurde das vor einigen Jahren neu angeschaffte Motor-Quad von Stollenreifen auf Raupen umgerüstet. Noch braucht man aber ein paar Zentimeter Neuschnee, um mit dem Spuren der Loipen beginnen zu können

Hermeskeil. An vergangenen Wochenende war es soweit: Im technischen "Basislager" des Skiclubs trafen sich die Mitglieder und freiwilligen Helfer Werner Glass, Stefan Speicher und Karsten Blind, um das vereinseigene Loipenspurgerät für den Winter-Einsatz herzurichten. "Das Quad hat sich der Verein vor einigen Jahren am Vorarlberg gekauft. Dort hatte sich das Raupenfahrzeug bewährt, und wurde aussortiert. Für unsere Zwecke ist das Fahrzeug ideal", erklärten die drei Mitglieder des Skiclubs.
Nachdem das Einsatzfahrzeug in mühevoller Detailarbeit auf Raupen umgerüstet worden war, hatte der Skiclub das Seine getan, um für den Einsatz zum Loipenspuren gerüstet zu sein. "Jetzt brauchen wir nur noch ein paar Zentimeter Schnee und eine stabile Kaltwetter-Lage. Dann können wir loslegen", blickte Vorsitzender Jochen Wilhelmis am Wochenende voraus. Dieser Umstand ist nach den Schneefällen in der Nacht auf Dienstag zumindest näher gerückt.
"Wir stehen sozusagen Gewehr bei Fuß", sagte der Vereinsvorsitzende Jochen Wilhelmi. "Noch hat sich bei uns an der Ausgangslage nicht viel geändert. Die paar Zentimeter reichen noch nicht aus, um spuren zu können. Aber wir blicken natürlich ständig zum Himmel. Je nach Lage der Dinge können wir ganz kurzfristig reagieren." Zumindest bis zum Wochenende hofft man, bei weiter anhaltenden Schneefällen den Langlauf-Freunden Möglichkeiten bieten zu können, ihren Sport auszuüben.
Ausgangspunkt der Loipen rund um Hermeskeil ist das Gelände am Schützenhaus, dem ehemaligen Tivoli. "Wir müssen natürlich erst einmal abwarten, wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickelt. Je nach Schnee- oder Eis-Unterlage können wir dann die Loipe bis Richtung Bierfeld hinüber ins Saarland spuren", so Wilhelmi. Die eigentliche Loipe "Zur schönen Aussicht" am Hermeskeiler Waldrand über etwa drei Kilometer stünde jedoch als erste an.
15 000 Euro hatte der Skiclub vor einigen Jahren investiert, um sich das Raupen-Quad anzuschaffen. Etwa 64 PS arbeiten in dem 800 Kubikzentimeter großen Aggregat. "Da geht die Post ab, wenn wir erst mal dran sind", meinten die drei freiwilligen Helfer schmunzelnd. Mit dem Umrüsten ist es aber nicht getan. Das Schneemobil muss gewartet werden, Service- und Reparaturarbeiten sind immer wieder gefragt. "Ohne unsere Mitglieder, die sich dafür in ihrer Freizeit zur Verfügung stellen, ginge das nicht", so der Vorsitzende.
Jetzt hofft man beim Skiclub Hermeskeil vor allem darauf, dass der Neuschnee im Hochwald keine Eintagsfliege ist. "In den vergangenen Jahren ging oft gar nichts. Da stand das Ding in der Garage und konnte nicht eingesetzt werden. Die Kosten entstehen aber trotzdem", hofften Wilhelmi und seine "Heinzelmännchen" auf dauerhafte Langlauf-Verhältnisse.
Bei einer genügend dauerhaften Schneedecke kann man die Loipe sogar für die klassische Langlauf-Technik wie auch zum Skaten präparieren. Dann wird am Schützenhaus eine Info-Tafel auch über die verschiedenen Loipen, deren Länge und den Schwierigkeitsgrad Auskunft geben. Am Wochenende soll es soweit sein, wenn das Wetter mitspielt. jüb

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