"Wir brauchen das Naturkapital"
Nonnweiler/Hermeskeil · Die Umweltministerinnen von Rheinland-Pfalz und Saarland haben sich am Dienstag in der europäischen Akademie in Otzenhausen für den geplanten Nationalpark stark gemacht. Zuvor zeichnete der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) den Landesbetrieb Saarforst aus.
Nonnweiler/Hermeskeil. Zusammen mit dem Präsidenten des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland, Olaf Tschimpke, haben die saarländische Umweltministerin Anke Rehlinger und ihre rheinland-pfälzische Kollegin Ulrike Höfken am Dienstag für den länderübergreifenden Nationalpark Hochwald-Idarwald geworben.
Vertreter von Nabu, Saarland und Rheinland-Pfalz waren in der Europäischen Akademie in Otzenhausen zusammengekommen, wo der Naturschutzbund Deutschland den Landesbetrieb Saarforst für seine Verdienste um die Erhaltung der saarländischen Wälder ausgezeichnet hat.
Hinsichtlich des geplanten Nationalparks sicherte Nabu-Präsident Tschimpke den Ländern die Unterstützung seines Verbandes zu: Der geplante Nationalpark diene dem Naturschutz und der Erholung. Sofern die Pläne gut umgesetzt würden, werde er außerdem auch die angrenzenden Regionen in Rheinland-Pfalz und im Saarland für Touristen attraktiver machen.
Dem pflichtete die rheinland-pfälzische Umweltministerin Höflken ausdrücklich bei. Immer wieder bekomme sie zu hören, dass es in der Region jede Menge unberührter Natur gebe. Das stimme so aber nicht: In einem Nutzwald könne die angestrebte Arten- und Lebensraumvielfalt nicht entstehen. Deshalb brauche es Wälder, in denen nicht gearbeitet werde, die sich selbst überlassen würden "Wir brauchen das Naturkapital", betonte die Ministerin.
Der Nationalpark biete die Chance, den Menschen zu zeigen, dass man durch Naturschutz auch einen handfesten Mehrwert generiere, ergänzte ihre saarländische Amtskollegin Anke Rehlinger. In diesem Lichte betrachtet erscheine der geplante Nationalpark als eine Investition in die Entwicklung des ländlichen Raumes.
Unterdessen sind auf saarländischer und rheinland-pfälzischer Seite die Beratungen in den betroffenen Kommunalparlamenten angelaufen: So hat sich der Stadtrat Birkenfeld für den Park ausgesprochen. Der Nohfelder Stadtrat wird am Donnerstag zusammenkommen.
Zuvor hatte der Naturschutzbund Deutschland den Saarforst-Landesbetrieb ausgezeichnet. Denn rund zehn Prozent des Staatswaldes im Saarland sind geschützt und werden aus diesem Grund nicht mehr bewirtschaftet. Damit hat das Saarland als bisher einziges Bundesland dieses Ziel der bundesweiten Biodiversitätsstrategie erreicht. Ziel dieses Abkommens ist es, die heimische Artenvielfalt zu fördern.
Naturschutzbund-Präsident Olaf Tschimpke überreichte eine entsprechende Urkunde an die saarländische Umweltministerin Anke Rehlinger. Tschimpke sagte: "Das Selbstverständnis, mit dem Saarforst den Wald bewirtschaftet, ist bundesweit für einen Staatsforstbetrieb einmalig und absolut vorbildlich."
Im Saarland gibt\'s Urwälder
Nicht nur, dass sich im Saarland zehn Prozent des Staatswaldes ohne forstliche Eingriffe wieder zu Urwäldern entwickeln dürfen. Auch im Wirtschaftswald bleiben alte und tote Bäume stehen. Dieses Biotopholz ist überlebenswichtig für viele Pflanzen und Tierarten, darunter zum Beispiel mehr als 800 heimische Käfer-Arten.