"Wir brauchen ein rundes Konzept"

SAARBURG. Bernd Bredin ist seit März 2001 Jugendsozialarbeiter der Stadt Saarburg und kümmert sich vor allem um den Jugendtreff. Über den Stand der Dinge in der Diskussion um ein mögliches Jugendparlament und weitere Aspekte seiner Arbeit sprach er mit dem Trierischen Volksfreund.

TV: Sie sind seit vier Jahren als Jugendsozialarbeiter der Stadt Saarburg angestellt. Was sind Ihre Hauptaufgaben?Bernd Bredin: Schwerpunkt meiner Arbeit ist, mich um Jugendliche in der Stadt Saarburg und den Jugendtreff im ehemaligen Schlachthof zu kümmern. Darüber hinaus betreue ich gemeinsam mit der Dekanatsjugendstelle sowie mit Schulsozialarbeitern verschiedene Projekte. Aber auch Gewaltpräventionsprojekte wie das Skaterturnier am vergangenen Wochenende gehören dazu. Bei der Jugendbefragung an Saarburger Schulen zur Einschätzung der Freizeitangebote in der Stadt und der Verbandsgemeinde (der TV berichtete) fiel die Beteiligung mit 18 Prozent relativ gering aus. Was haben Sie dennoch aus der Umfrage geschlossen? Bredin: Die Beteiligung war wirklich leider relativ schwach. Drei Wünsche der Jugendlichen haben sich aber herauskristallisiert. Kino, einen Skaterpark und eine Disko haben die Jugendlichen als vordringliche Wunsch-Einrichtungen genannt. Wie reagieren Sie, beziehungsweise die Stadt, darauf?Bredin: Ein Kino werden wir in Saarburg nicht bekommen. Deswegen werden wir versuchen, das fehlende Angebot durch Kinofahrten nach Trier aufzufangen. Es werden im Herbst Aktionen laufen, bei denen wir einen Bus mieten und zu ausgesuchten Filmen nach Trier fahren. Auch ein "Riverside" oder Ähnliches wird es in Saarburg wohl so bald nicht geben. Auch das versuchen wir durch Disko-Veranstaltungen im Jugendtreff auszugleichen. Der nächste Termin wird wahrscheinlich der 28. Oktober sein. Der Skaterpark ist ein Thema für sich. Der Wille der Stadt, einen Skaterpark zu bauen, ist da. Wir müssen halt sehen, dass wir das Geld dazu beisammenbekommen. Die Umfrage hat ergeben, dass der Jugendtreff sowohl bei Jugendlichen in der Stadt als auch in der Verbandsgemeinde wenig bekannt ist. Was tun Sie, um die Einrichtung bekannter zu machen?Bredin: Wir sind darum bemüht, eine bessere Öffentlichkeitsarbeit zu machen, auch über den Volksfreund und andere Medien. Wir sind zurzeit aber auch in einem Generationswechsel, was die Teammitglieder angeht. Wir versuchen, Jüngere für die Mitarbeit zu gewinnen, die dann wiederum diese Altersklassen zum Jugendtreff hinziehen. Ein Punkt der Umfrage zielte auf das Interesse an einem möglichen Jugendparlament. 64 Prozent gaben jedoch an, kein Interesse daran zu haben. Halten Sie trotzdem an der Idee fest?Bredin: Das ist eine Sache, an der wir festhalten wollen und ist zudem ein Kooperationsprojekt mit der Dekanatsjugendstelle. Auch die Stadt befürwortet die Idee. Wir müssen allerdings noch ein vernünftiges Konzept und einen möglichst unbürokratischen Weg finden, um die Jugendlichen für das Projekt zu gewinnen. Wie beurteilen Sie das offensichtlich geringe Interesse der Jugend an einer solchen Institution?Bredin: Wenn man die Erwachsenen in Saarburg befragen würde, ob sie Interesse haben, sich im Stadtrat zu engagieren, wäre das Ergebnis wohl ähnlich. Man sollte sich dadurch nicht abschrecken lassen. Was brächte dieses Gremium denn den Jugendlichen?Bredin: Dass die Jugendlichen ihre Vorstellungen an einer Stelle artikulieren können. Dabei geht es geht ja nicht nur um kostspielige Wünsche. Manchmal sind es ganz banale Dinge, die die Jugendlichen einbringen wollen - etwa ihre Vorstellungen bei Veranstaltungen wie den Markttagen oder dem Weinfest. Wie wollen Sie die Jugend konkret für das angedachte Projekt gewinnen?Bredin: Sobald wir ein schlüssiges Konzept haben, wollen wir es an den Schulen vorstellen. Wie weit ist das Konzept gediehen?Bredin: Ich erarbeite das Konzept gemeinsam mit der Dekanatsjugendstelle. Weil es dort einen Krankheitsfall gibt, ist es derzeit etwas ins Stocken geraten. Ich hoffe aber, dass wir in der nächsten Zeit zu Ergebnissen kommen. * Das Gespräch führte TV-Redakteurin Susanne Windfuhr.