"Wir sind alle Konzer"

KONZ. Ursprünglich standen auf der Tagesordnung des Konzer Stadtrats vom Dienstag nur Routineangelegenheiten. Aber der Fall TWD-Kuag geriet rasch in den Mittelpunkt der Diskussion. Einhellig verabschiedete der Stadtrat dazu eine Resolution.

Wenn der Parteienstreit aufhört, wird die Angelegenheit ernst. Auf Antrag der SPD-Fraktion hatte der Stadtrat das Thema "Situation bei der TWD-Kuag" neu in die Tagesordnung aufgenommen. Fraktionsvorsitzender Alfons Maximini brachte dazu eine Resolution ein, die auf allgemeine Zustimmung stieß. Bürgermeister Winfried Manns erklärte, seit Eintritt der Insolvenz beim Mutterunternehmen TWD habe sich auch die Situation des Konzer Werks grundlegend geändert. Es bestehe die Gefahr, dass das Konzer Werk zugunsten der Werke Deggendorf und Glauchau aufgegeben werde. Konstruktive Lösungsansätze sehe er beim Insolvenzverwalter nicht. Manns bekräftigte indes den bereits öffentlich bekundeten "gedämpften Optimismus" und verwies weitere Erklärungen von seiner Seite in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Immerhin sollen weitere Gespräche zur Rettung des Konzer Werks stattfinden. So wurde denn die SPD-Resolution einstimmig verabschiedet. Sie appelliert an den Insolvenzverwalter, auf die Erhaltung des Werks hinzuarbeiten und alle Möglichkeiten bis hin zu dem angestrebten Modell eines Management Buy-Out zu prüfen. Wulf Zschauer (CDU) erklärte, jetzt müsse die Parteizugehörigkeit zurückstehen: "Wir sind alle Konzer." Die Situation der TWD-Kuag war das alles überragende Thema der Stadtratssitzung. Demgegenüber sanken die übrigen Tagesordnungspunkte zu Randerscheinungen ab. Mit zwei Enthaltungen stimmte der Rat der Erneuerung der historischen Ölmühle in Niedermennig zu. Sie soll zu 60 Prozent aus dem "Leader+"-Projekt der EU finanziert werden. Bei der Stadt Konz verbleibt von den Gesamtkosten von 77 000 Euro ein Anteil von 30 800 Euro. Mit drei Gegenstimmen der Grünen fasste der Rat einen Grundsatzbeschluss zur Finanzierung von Baumaßnahmen kircheneigener Kindergartengebäude. Bei Kindertagesstätten in kirchlicher Bauträgerschaft teilen sich die Stadt und die örtliche Kirchengemeinde die durch Bistums- und Kreiszuschuss nicht gedeckten Kosten. Kann eine Kirchengemeinde nachweisbar die Kosten nicht oder nur teilweise tragen, springen Stadt und Kreis ein. Außerdem beschloss der Rat einen Zuschuss von 5000 Euro zur Innenrenovierung der Pfarrkirche Konz-Könen, eine neue Haus- und Nutzungsordnung der Stadtbibliothek und eine Änderung der Haus- und Nutzungsordnung im Kloster Karthaus. Rudolf Molter wurde beauftragt, ehrenamtlich die Konzer Chronik fortzuführen. Schließlich wählte der Rat auf Vorschlag der CDU-Fraktion Mario Maxmini zum Stellvertreter von Guido Wacht im Ausschuss für Straßenbau.