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"Wir sitzen noch nicht auf gepackten Koffern"

"Wir sitzen noch nicht auf gepackten Koffern"

HERMESKEIL. Die Uhr läuft ab: Ende Dezember 2006 – dieser Termin steht jetzt endgültig fest – schließt die Hochwaldkaserne für immer ihre Tore. "Auf gepackten Koffern sitzen wir aber keineswegs, sondern wir haben noch volle Auftragsbücher", betont Kommandeur Oberstleutnant Michael Nold und blickt im TV-Gespräch auf den Zeitplan für die kommenden Monate.

Vor wenigen Tagen lag das entscheidende Papier in der Hochwaldkaserne auf dem Tisch. Das Aus der Hermeskeiler Garnison ist zwar bekanntlich schon seit November 2004 beschlossene Sache. Bei der Bundeswehr regelt jedoch erst ein detaillierter Befehl offiziell die Schließung des Standorts. "Dieser Organisationsbefehl liegt jetzt vor", sagt Michael Nold, Kommandant der Kaserne.Sukzessiver "Abfluss" des Materials

Das Schreiben des Heeresamts in Köln legt vor allem eines definitiv fest: den Termin, an dem die letzten Soldaten aus der Garnison abziehen. Wovon der 44-jährige Offizier seit längerem ausgegangen war, wird in diesem Befehl bestätigt: "Am 31. Dezember 2006 ist Schluss", sagt der Oberstleutnant. Dieser Befehl schafft jedoch nicht nur endgültige Gewissheit, er setzt jetzt in der Hochwaldkaserne auch bestimmte Abläufe in Gang. Zum einen muss bis Mitte Juni eine Steuerungsliste erstellt und das Heerestruppenkommando in Koblenz darüber unterrichtet werden, "wie es mit dem Personal weitergehen soll". Zum anderen kann mit dem Organisationsbefehl der sukzessive "Abfluss des Materials beginnen", sagt der 44-Jährige. Bis zum 31. Dezember, dem Tag X, "werden unsere Soldaten aber nicht in Langeweile verfallen", ist sich Nold sicher. Aktuell verrichten noch rund 400 Soldaten ihren Dienst in der Kaserne, darunter auch die 189 neuen Rekruten, die zu Jahresbeginn angekommen sind. Die Grundausbildung von jungen Frauen und Männern wird in Hermeskeil nämlich noch länger, genauer: bis Ende September, fortgesetzt. In der 14. Kalenderwoche wird zudem eine Batterie zu einem letzten Raketenschießen auf einen Truppenübungsplatz verlegt. Ab der 26. Kalenderwoche muss zudem der gesamte Materialbestand des Bataillons genau überprüft werden. Von Juli bis September ist die Hochwaldkaserne dann sogar noch Schauplatz für einen Spezial-Auftrag: In der Garnison werden Albaner und Georgier ausgebildet, die später als KFOR-Sicherungskompanie unter anderem Liegenschaften im Kosovo bewachen sollen. Der Kommandeur richtet sich deshalb auf einige Herausforderungen ein: "Es wird sicher ein schwieriger Spagat, einerseits die Aufträge auszuführen und andererseits Personal und Material vernünftig herunterzufahren", sagt Nold. Dieser wichtigen Aufgabe wird sich insbesondere das so genannte Schlüsselpersonal widmen, das bis zum letzten Tag in der Garnison bleibt und unter anderem die Schließung der Liegenschaften, etwa der Kasernengebäude und Materialhallen, organisieren muss. "Salopp formuliert, wird das Schlüsselpersonal hier die Lichter ausmachen", sagt Nold vorausblickend. Bis es so weit ist und die Bundeswehr nach mehr als 40 Jahren ihren Standort Hermeskeil verlässt, bereiten sich die Soldaten des Bataillons auch auf zwei weitere wichtige Termine vor. Am 19. Januar wird die Garnison zum letzten Mal gemeinsam mit der Stadt zum Neujahrsempfang in die Kaserne einladen. Und dann ist da noch der 20. Mai 2006. Der Kommandeur kündigt an: "An diesem Termin wollen wir uns mit einem großen Tag der Soldaten und einem feierlichen Gelöbnis von der Region verabschieden."