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"Wir werden die Windkraftplanungen ändern"

"Wir werden die Windkraftplanungen ändern"

Nach dem offiziellen Amtsantritt von Mathias Queck stellt die CDU nun wieder den Stadtbürgermeister in Hermeskeil. Im TV-Interview spricht der 44-jährige Notar über seine wichtigsten Ziele bis 2019 und die Probleme, die in der Stadt gelöst werden müssen. Die Themen Windkraft, Parkklinik und Drogeriemarkt stehen dabei besonders im Brennpunkt.

Hermeskeil. Der 44-jährige Notar Mathias Queck hat in der Ratssitzung am 22. Juli sein Amt als Stadtbürgermeister von Hermeskeil angetreten. Der CDU-Politiker löste damit Udo Moser (BFB) ab, den er in der Stichwahl geschlagen hatte. Das Gespräch mit Mathias Queck führte TV-Redakteur Axel MunsteinerHerr Queck, unmittelbar nach ihrem Wahlsieg sagten Sie, dass die Art und Weise, wie Ihr Vorgänger Udo Moser sein Amt ausgeübt habe, nicht mehr mehrheitsfähig sei. Jetzt stehen Sie an der Spitze der Stadt. Was wird sich denn mit Ihnen als neuer Regierungschef konkret ändern?Mathias Queck: "Ich möchte vor allem im Stadtrat auf mehr Kooperation setzen und schon im Vorfeld Mehrheiten organisieren. So können wir im Rat zwar immer noch ausgiebig diskutieren. Die Ratsmitglieder sind aber alle schon vorher informiert, um dann auch gute Entscheidungen zu treffen."Sie arbeiten ja weiter als Notar. Deshalb die ganz praktische Frage: Wie und wann erreicht Sie ein Bürger, wenn er ein Anliegen hat?Queck: "Grundsätzlich bin ich ja in ganz Hermeskeil unterwegs. Dann kann mich jeder ansprechen. Wenn die Dinge komplizierter sind und ich zum Beispiel Akten brauche, ist es am besten, man vereinbart einen Termin mit mir. Frau Heck, meine Sekretärin im Stadtbüro, ist montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr da und in ist in dieser Zeit unter der Telefonnummer 06503/809203 erreichbar." In Ihrer Antrittsrede haben Sie am Dienstag schon mal eine kurze Auflistung gegeben, welche Aufgaben in den nächsten fünf Jahren auf Sie zukommen. Aber welches Thema hat für Sie jetzt zunächst die größte Wichtigkeit?Queck: "Das Top-Thema ist, wie wir mit der Windkraft weiter umgehen und das Ergebnis der Einwohnerbefragung umsetzen. Das können wir nicht auf die lange Bank schieben. Wir müssen den Menschen noch dieses Jahr unsere neue Windkraftplanung präsentieren."Die Mehrheit der Hermeskeiler hat sich ja gegen die bisherige 1000-Meter-Regelung und für größere Mindestabstände von Windrädern zu Wohnhäusern ausgesprochen - also die zehnfache Nabenhöhe solcher Anlagen. Die Leute wollen jetzt natürlich wissen: Werden die Räder auf Hermeskeiler Gebiet näher als 1400 Meter an die Häuser heranrücken oder nicht?Queck: "Also, es gibt nach bisherigem Stand der Dinge einige Räder, die unter der 1400 Meter-Linie liegen. Wir werden jetzt Gespräche mit den Investoren führen, wie man Windkraft in Hermeskeil wirtschaftlich betreiben kann. Klar ist aber, dass es Änderungen an der schon unterzeichneten Planung geben wird - und zwar so, dass das Einwohnervotum maßgeblich berücksichtigt wird." Noch mal zurück zu Ihrer Antrittsrede. Dort haben Sie den beabsichtigten Bau einer Privatklinik im St. Fargeau-Park nicht erwähnt. War das Absicht?Queck: "Das war keine Absicht. Ich will aber erst das Gespräch mit dem Investor für dieses Projekt suchen. Es wäre schlecht, wenn wir wieder eine Geschichte erleben, wie damals an der Kaserne mit dem Dorf Hochwald. Dort ist man zu früh an die Öffentlichkeit gegangen und als die Sache gescheitert ist, war die Enttäuschung umso größer."Beim geplanten Fachmarktzentrum am alten Hela-Baupark haben sie im Wahlkampf Zweifel geäußert, ob die dortigen Eigentümer des Geländes überhaupt noch Interesse an diesem Projekt haben. Wie realistisch sehen Sie denn die Chancen an, dass am Dörrenbach neue Geschäfte hinkommen?Queck: "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind die Chancen gut. Auch hier werde ich schnell den Kontakt zum Investor suchen. Es gibt ja den klaren Stadtratsbeschluss, dass sich dort ein Lebensmittelmarkt sowie zwei Geschäfte für Schuhe und Kleider ansiedeln sollen. Das ist unser politisches Ziel, und das werde ich konsequent weiterverfolgen."Zum Feuerwehrmuseum. Dort ist Udo Moser nach wie vor Vorsitzender des Fördervereins, der das Museum betreibt. Die Stadt ist aber dessen Eigentümerin. Droht da Ungemach?Queck: "Wir müssen alle in erster Linie an Hermeskeil denken. Wir haben das Feuerwehrmuseum und wollen es auch professionell betreiben, damit es ein Erfolg wird. Ich kann meinem Vorgänger nur meine Zusammenarbeit anbieten. Moser hat maßgeblich daran mitgewirkt, dass es dieses Museum in Hermeskeil gibt und sich sehr dafür engagiert. Das ist ein Verdienst von ihm."Die erste Sitzung des Stadtrats verlief harmonisch. Aber kann man wirklich davon ausgehen, dass in Hermeskeil auch langfristig die Zeit der politischen Querelen vorbei sein wird. Oder sehen Sie schon künftige Konfliktfelder?Queck: "Ein Stadtrat ist bunt gemischt und seine Mitglieder können nicht in jeder Sachfrage einer Meinung sein. Querelen entstehen aber erst dann, wenn es nicht um Hermeskeil, sondern ins Persönliche geht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es bei der Frage, wo wir einen Drogeriemarkt ansiedeln sollen, Diskussionen geben wird." Inwiefern?Queck: "Mein Ziel ist es, dass wir bis zum Ende der Legislaturperiode hier in Hermeskeil einen Drogeriemarkt haben. Oberste Priorität hat dabei zwar die Innenstadt. Wenn das aber nicht funktioniert, müssen wir uns Optionen offenhalten. Deshalb ist für mich auch eine Ansiedlung am Dörrenbach oder im Sondergebiet Abtei denkbar. Es wird aber Stimmen geben, die sagen: ,Wenn wir keinen Drogeriemarkt in die Innenstadt bekommen, wollen wir gar keinen.\' Diese Meinung teile ich nicht." Kaum sind Sie Stadtbürgermeister, gibt es schon Gerüchte. Es heißt, dass Sie diesen Posten nur als Sprungbrett ansehen, um 2018 Michael Hülpes als VG-Chef zu beerben. Was ist da dran?Queck: "Ich freue mich natürlich, wenn mich Leute auch für andere Aufgaben fähig halten. Ich bin jetzt aber als Stadtbürgermeister gewählt, möchte da Erfolge erzielen und Hermeskeil weiterbringen. Als junger Mensch habe ich natürlich Ziele und Perspektiven. Was meine Zukunft bringt, lassen wir jetzt aber mal offen." axExtra

Mathias Queck wurde am 30. Dezember 1969 im badischen Gengenbach geboren. Nach dem Abitur ging er zum Jurastudium nach Saarbrücken, wo er auch promovierte. Später war Queck unter anderem als Richter am Landgericht Karlsruhe tätig. Als Notarassessor in Ausbildung waren Koblenz und Mainz Stationen, bevor Queck 2007 zum Notar in Hermeskeil bestellt wurde. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Claudia Lehmann hat Queck zwei kleine Kinder (Sebastian und Julia). Die Familie wohnt im Neubaugebiet Medumland. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister gehörte Queck von 2009 bis 2014 der CDU-Fraktion im Stadtrat an. ax