"Wir wollen den Wechsel"

HERMESKEIL. Bereits vor fünf Jahren ist Udo Moser bei den Bürgermeister-Urwahlen in Hermeskeil angetreten. Damals zog er jedoch als SPD-Bewerber gegen Ilona König den Kürzeren. Jetzt wagt der Inhaber eines Immobilienbüros als Kandidat der parteiunabhängigen Wählergruppe "Bürger für Bürger" einen zweiten Versuch.

"Meckern allein genügt nicht. Ich will mich einmischen und etwas verändern." So beschreibt der 52-jährige Udo Moser seine Einstellung, die ihn vor einigen Jahren zu seinem kommunalpolitischen Engagement in seiner "Wahlheimat" Hermeskeil bewogen hat. Geboren in Birkenfeld, wohnte Moser zunächst in Nonnweiler, bevor er 1974 aus beruflichen Gründen nach Frankurt zog und dort 16 Jahre lang blieb. "Weil meine Frau Ulrike aus Hermeskeil kommt, war der Bezug zum Hochwald und der Wunsch irgendwann zurückzukehren aber immer sehr stark", sagt Moser über diesen Abschnitt seines Lebens, der 1990 zu Ende ging. Seitdem wohnt Moser mit seiner Familie, Tochter Carolin ist heute 20, Sohn Daniel zwölf Jahre alt, wieder in Hermeskeil. 1994 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit und die Eröffnung eines Immobilienbüros am Langen Markt. Hatte sich Moser, der als Hobbies Schwimmen und Rad fahren angibt, in Frankurt politisch nicht betätigt ("Da fehlte die Bindung"), so trat er bald nach seiner Rückkehr in den Hochwald in die SPD ein und wurde von den Genossen 1999 gegen Ilona König ins Bürgermeister-Rennen geschickt. Der Wahlabend endete zwar mit einer Niederlage. Dieser kann Moser heute aber auch Positives abgewinnen. "Ich habe als Neuling, der noch nicht mal im Stadtrat war, mehr als 40 Prozent bekommen. Das war ein respektables Ergebnis." Dass er es bei den Kommunalwahlen am 13. Juni ein zweites Mal versuchen und als einer von vier Bewerbern die Amtsinhaberin herausfordern wird, hat aus seiner Sicht einen einfachen Grund: "Manchmal hat man eine andere Meinung als die Regierenden. Das hat sich in den letzten fünf Jahren nicht grundlegend geändert, zumal sich die Situation in Hermeskeil nicht verbessert hat. Deshalb auch die erneute Kandidatur." Die erfolgt jetzt aber nicht mehr mit Rückendeckung der SPD, aus der der frühere Fraktionsvorsitzende im Oktober 2000 wegen "interner Unstimmigkeiten" ausgetreten ist, sondern als Bewerber der Anfang des Jahres neu gegründeten Wählergruppe "Bürger für Bürger". Einen Nachteil für seine Wahlchancen sieht der Ex-Vorsitzende des Hermeskeiler SV darin nicht. "Parteipolitische Rücksichtsnahme ist heute nicht mehr gefragt. Vielmehr stehen Bürgernähe und Sachthemen, die die Kommune betreffen, absolut im Vordergrund", sagt Moser, der ein klares Wahlziel formuliert: "Wir wollen den Wechsel herbeiführen." Vordinglichste Aufgabe sei es, die Einnahmesituation der Stadt zu verbessern. "Deshalb räume ich der Wirtschaftsförderung absolute Priorität ein. Es muss uns gelingen, arbeitsplatzschaffende Unternehmen in den Gewerbegebieten anzusiedeln", so Moser. Auch der jetzigen Situation in der Innenstadt ("Dieses Thema darf nicht schön geredet werden") müsse entgegen gewirkt werden. "Was nützt es uns, wenn sich die Kundenströme nur im Sondergebiet Abtei bewegen?", fragt Moser, der eine "Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt fordert, damit Hermeskeil nicht Gefahr läuft, seine Kompetenz als Mittelzentrum zu verlieren."