Wirbel um rostige Nägel auf staubiger Grundschul-Baustelle

Wirbel um rostige Nägel auf staubiger Grundschul-Baustelle

Die Schüler einiger Klassen der Grundschule Perl werden derzeit auf einer staubigen Dauerbaustelle unterrichtet. Darüber sind mittlerweile zahlreiche Eltern aufgebracht.

Perl. "Es ist ein unzumutbarer Zustand, den wir so nicht länger hinnehmen", klagt Jutta Heil, Elternsprechervertreterin der Klasse 4 a der Grundschule Perl. Der Baustaub, der als feiner Schleier auf Fluren und Treppenhaus liege, sei nicht das einzige Problem. Insgesamt lasse die Reinlichkeit seit Beginn der Bauarbeiten sehr zu wünschen übrig, sagt Heil.
"Nun, da der alte Fußboden des Flures im ersten Obergeschoss samt Fußleisten herausgerissen ist, gibt es dort Dreck und sogar rostige Nägel."
Die an der Flurgarderobe aufgereihte Kleidung der Schüler sei permanent verstaubt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Zustand für unsere Kinder gesund ist", sagt sie und fordert sofortige Abhilfe.
"Wir waren schon mehrere Male beim Bürgermeister und auch in der Bürgersprechstunde", sagt Heil. Man habe jedoch das Gefühl, dort nicht ernst genommen zu werden. Es werde zwar immer wieder ein kleiner Beitrag zur Beseitigung anderer Mängel geleistet, "aber die Reinigung der Räume bleibt weiter katastrophal. Die Eltern fürchten zunehmend um die Sicherheit ihrer Kinder", sagt die Mutter zweier Schüler und betont: "So kann man keinen Schulbetrieb durchführen." Man müsse auch an die Schüler denken, die wegen starker gesundheitlicher Beeinträchtigungen, wie Asthma, mit dem Staub auf dieser Dauerbaustelle nur schwer zurecht kämen. Auch hoffe man auf schnelleren Baufortschritt.
"Laut Gemeinde sollte die Sanierung bis Oktober abgeschlossen sein. Wie lange der Baubetrieb jetzt noch andauert, weiß bei der Gemeindeverwaltung angeblich niemand", empört sich Heil.
Dazu teilte die Gemeinde Perl mit: "Zum Fertigstellungstermin liegt uns bis dato keine Anfrage aus der Elternschaft vor." Dennoch könne man verbindlich sagen, dass die Übergabe an die Gemeinde als Auftraggeber für den 19. März 2012 geplant sei. Die Arbeiten im direkten Umfeld der Klassen würden innerhalb der Weihnachtsferien zu Ende geführt. "Die weiteren Gewerke betreffen dann nur noch die Aufstockung und liegen damit außerhalb des Schulbetriebes", informierte Dietmar Ollinger vom Perler Bauamt.
Den Vorwurf der mangelnden Reinlichkeit müsse man zurückweisen. "Wir tun alles Mögliche, um die Belastungen für die Schüler so gering wie möglich zu halten", sagte Ollinger.
Dass es dennoch kurzfristig zu Staub- oder Schmutzentwicklung komme, liege in der Natur einer solchen Sanierungsmaßnahme.
"Arbeiten, die Lärm oder groben Schmutzanfall zur Folge haben, wurden von uns ausschließlich in die Nachmittage verlegt", betonte Ollinger. "Handwerker und das von uns beauftragte Reinigungsunternehmen sind gehalten, unverzüglich eine während der Unterrichtszeit auftretende Verschmutzung zu beseitigen", sagte er weiter. Wenn die Kinder morgens die Schule betreten, sei alles stets absolut sauber.
"Wir bitten um Verständnis und appellieren an die Eltern, die restliche Zeit dieses Jahres mit uns noch an einem Strang zu ziehen", so der Bauamtsleiter. nw

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