Wissensdurst nach Kakao

HENTERN/LAMPADEN. "Die Welt zu Gast bei Freunden" – das Motto der Fußball-WM brachte die Grundschule Hentern/Lampaden auf die Idee, ausländische Gäste einzuladen. Auch der Projekttag stand unter dem Leitwort "ausländische Gäste in der Schule".

 Fruchtbringend: Viel Spaß hatten die wissbegierigen Schüler der Grundschule Hentern, aber auch sehr viel Interesse an den Ausführungen von German Trujillo Perez (links, mit einer Kakaofrucht in der Hand) und Marcel Schneider.Foto: Hans Muth

Fruchtbringend: Viel Spaß hatten die wissbegierigen Schüler der Grundschule Hentern, aber auch sehr viel Interesse an den Ausführungen von German Trujillo Perez (links, mit einer Kakaofrucht in der Hand) und Marcel Schneider.Foto: Hans Muth

"Seit mehr als 10 Jahren haben wir an unserer Schule keine ausländischen Kinder mehr. Eine konkrete Begegnung mit Ausländern und anderen Kulturen in der Schule fand daher nicht statt. Deshalb haben wir ausländische Gäste zum Projekttag eingeladen", erklärte Schulleiter Ingo Brausch. Die Grundschule Hentern/Lampaden ist eine dislozierte Schule. Das bedeutet, dass die Schule auf zwei Standorte verteilt ist, wobei jede der beiden Ortschaften ein Schulgebäude besitzt. Die erste und zweite Klasse fertigte in Lampaden unter Anleitung der polnischen Kunstmalerin Ella Golinska, unterstützt durch Lehrerin Gabriele Stauter und Lehrer Helmut Sauer, Bilder auf Leinwand an. "In jedem Kind schlummert ein Künstler", sagte die polnische Künstlerin. Jedes Kind durfte sein erstes Ölbild auf Leinwand stolz mit nach Hause nehmen. In Hentern hatten sich Gäste aus Bolivien angesagt. Agraringenieur German Truijllo Perez brachte mit Hilfe seines Dolmetschers Marcel Schneider, der ehemaliger Schüler der Grundschule Hentern ist, den Kindern bolivianische Landwirtschaft näher, insbesondere den Anbau der Kakaopflanze. Die Ernte und Vermarktung erläuterte Perez anhand einer Präsentation. Insbesondere die große Kakaofrucht, in deren Innern die einzelnen Bohnen angeordnet sind, hatte es den Kindern angetan. Andächtig lauschten sie mehr als zwei Stunden den Ausführungen. Dass sie dabei nicht eingenickt waren, bewiesen sie in der Diskussion. Immer wieder prasselten neue Fragen zum Thema Bolivien, Entwicklungshilfe und vor allem zum Leben der Kinder in diesem armen Land auf den geduldigen Agrar-Ingenieur ein, der sich über den Wissensdurst der Schüler sehr freute. "Wir waren bereits in vielen Schulen im Trierer Land, doch in keiner waren die Schüler so interessiert wie hier", sagte Perez. "Werden die Menschen in Bolivien satt? Welche Tiere gibt es dort? Wie viel verdient ein Bauer?" Das alles wollte Thomas Koltes wissen. "Wie ist es zu der Kinderarbeit gekommen", fragte Robin Heß. Die Hände der ganzen Klasse waren ständig oben, und geduldig beantwortete Perez alle Fragen. Schon jetzt steht für die gesamte Klasse fest: Die nächste Leseaktion soll zugunsten einer bolivianischen Schule stattfinden.

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