Wo Alt und Jung sich treffen

FREUDENBURG. "Wir brauchen ein funktionales Bürgerhaus" – dessen ist sich der Gemeinderat von Freudenburg sicher. Jüngst beschloss das Gremium, die ehemalige Dorfschule auch künftig als Zentrum des Gemeindelebens zu nutzen. Ein neues Nutzungskonzept soll die Grundlage für eine Überarbeitung des Gebäudes schaffen.

Schätzungsweise rund 180 000 Euro müsste die Gemeinde für den Um- und Ausbau der derzeit als Jugend- und Bürgerhaus genutzten ehemaligen Dorfschule hinblättern. Das berichtete Ortsbürgermeister Bernd Gödert in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mit Berufung auf einen Fachmann - und sorgte damit für die eine oder andere betretene Miene in der Runde. Bausubstanz nicht mehr die beste

"Bauliche Maßnahmen lassen sich nicht vermeiden, denn die Bausubstanz ist nicht mehr die beste", betonte der Ortschef. Trotz der Höhe der zu erwartenden Kosten auf der einen Seite und der desolaten Kassensituation auf der anderen, sind sich die Freudenburger Ratsherren einig, dass ihre Gemeinde auch in Zukunft ein "funktionales" Bürgerhaus braucht. Der Entscheidung für die Weiternutzung der ehemaligen Dorfschule ging eine kurze Debatte über eine Alternative voraus. Bürgerhaus-Variante Nummer zwei sah einen Neubau an einem anderen Standort vor. "In diesem Fall würden wir allerdings vor der Frage stehen, was aus der alten Schule wird", merkte ein Ratsmitglied an. Nicht zuletzt Ortsbürgermeister Gödert favorisierte letztlich die in den 20er-Jahren erbaute und später erweiterte Dorfschule als altes und neues Freudenburger Jugend- und Bürgerhaus. Derzeit stehen in dem Gebäude unter anderem mehrere Räume sowie ein großer Saal für Veranstaltungen zur Verfügung. Darüber hinaus dient das Bürgerhaus dem Gemeinderat als Tagungsort. Und die Freiwillige Feuerwehr nutzt das Gebäude noch bis zu ihrem Umzug in das neue Gerätehaus Anfang 2007 als Domizil. Abgesehen davon, dass die Bausubstanz des ehemaligen Schulgebäudes in einem sanierungsbedürftigen Zustand ist, werden nach Auskunft eines Ratsmitglieds derzeit nicht alle zur Verfügung stehenden Räume genutzt. Auch deshalb sei eine "bauliche Anpassung an die aktuellen Bedürfnisse der Bürger" notwendig geworden, wie zu hören war. Einwohner an der Planung beteiligen

Am Ende einer nicht ganz emotionslosen Diskussion fasste der Rat den Beschluss, den aktuellen Bürgerhaus-Standort und damit das ehemalige Dorfschulgebäude als Zentrum des Gemeinde- und Vereinslebens beizubehalten. Allerdings wurden insbesondere aus den Reihen der CDU-Fraktion auch Zweifel an der Machbarkeit einer Sanierung laut: "Angesichts der schlechten Finanzlage der Gemeinde ist momentan fraglich, ob die Kommunalaufsicht dem Vorhaben grünes Licht geben wird." Wie genau das Freudenburger Jugend- und Bürgerhaus in Zukunft aussehen wird, steht derzeit noch in den Sternen. Allerdings drängt nach Auffassung von Bernd Gödert die Zeit. "Der 30. September 2007 ist der Stichtag für die Beantragung von Zuschüssen aus dem Investitionsstock des Landes", erklärte der Ortschef. Bis dahin müsse ein Konzept stehen. Um die Sache zu forcieren, werde sich der Bauausschuss der Gemeinde noch vor Jahresende mit der Thematik beschäftigen. Bürger und örtliche Vereine sollen in die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes für das Gebäude einbezogen werden.