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Kommunalpolitik: Wo darf Kraft der Sonne genutzt werden?

Kommunalpolitik : Wo darf Kraft der Sonne genutzt werden?

Investoren fragen vermehrt bei den Gemeinden im Raum Kell und Saarburg an, ob sie dort Photovoltaikanlagen errichten dürfen. Der Verbandsgemeinderat hat beschlossen, dafür geeignete Gebiete vorab festzulegen.

Auf einer Wiese an der B 407 bei Kell am See wollen private Investoren eine 15 Hektar große Photovoltaikanlage bauen, die Sonnenenergie in elektrische Energie zur Stromerzeugung umwandelt. Bei Freudenburg auf einem ehemaligen Lagerplatz ist Ähnliches geplant. Die Ortsgemeinde hat ebenfalls eine Anfrage erhalten, die baurechtlichen Voraussetzungen für eine etwa 1,5 Hektar große Anlage zu schaffen.

Diese aktuellen Projekte will die Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg-Kell zum Anlass nehmen, ein grundsätzliches Konzept für geeignete Photovoltaik-Standorte aufzustellen. Ein solches existiert bislang nur für das Teilgebiet der ehemaligen VG Saarburg. Es soll auf das Gesamtgebiet der fusionierten VG ausgeweitet werden. „Damit wird es möglich, die Entwicklung besser zu steuern“, erklärte Jürgen Kremer von der Verwaltung. Der Verbandsgemeinderat werde das dafür einzuleitende Verfahren begleiten und die Kriterien dafür bestimmen, welche Areale für die großflächige Nutzung von Sonnenenergie geeignet sind. Das Konzept könne dann bei der Beurteilung konkreter Projekte als Entscheidungshilfe dienen.

„Es kommen wieder vermehrt Anfrage von Investoren“, erläuterte Martin Alten, hauptamtlicher Beigeordnete der VG Saarburg-Kell. Durch Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2017 seien Freiflächen-Anlagen attraktiver geworden, sagte Alten. Denn auf Acker- und Grünland in sogenannten „landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten“ sind sie laut Gesetz förderfähig.

Der VG-Rat beschloss einstimmig, das Standortkonzept anzupacken. Ebenso stimmten die Ratsmitglieder den Anträgen aus Kell und Freudenburg zu, dass deren geplante Sondergebiete für Photovoltaik in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Stephanie Nabinger (Grüne Alternative Fraktion) erkundigte sich nach den Kosten für das Konzept und fragte nach, ob diese auf die Investoren „umgelegt“ werden könnten. VG-Mitarbeiter Kremer erklärte, dass die Verwaltung ein erstes Angebot in Höhe von etwa 18 000 Euro bei einem Fachbüro eingeholt habe. Mittel dafür seien im Haushalt vorhanden. Die Kosten seien von der Verbandsgemeinde zu tragen, weil diese ein eigenes Interesse daran habe, die Entwicklung von Photovoltaikanlagen auf ihrem Gebiet zu steuern, ergänzte Martin Alten.

Eine Nachfrage nach der Entsorgung nicht mehr benötigter Solarzellen beantwortete Markus Lehnen, Ortsbürgermeister in Kell am See. „Wir haben mit dem Investor vertraglich vereinbart, dass er sich darum kümmert.“ Im Übrigen sei die Entsorgung solcher Anlagen viel weniger aufwendig als der Rückbau von Windrädern. Laut Lehnen betreibt die Gemeinde Kell selbst eine kleinere Photovoltaikfläche in unmittelbarer Nähe des vom Investor angefragten Bereichs. „Die neue Anlage ist als Ergänzung zu sehen, die Fläche dafür bestens geeignet.“ Mit dem Betreiber sei zudem vereinbart, dass er insektenfreundliche Blumenmischungen aussäe. „Das heißt, wir tun auch etwas Gutes für die Natur.“ Ulf Milanese (SPD) erklärte, das Photovoltaikkonzept sei ein „Schritt für eine klima- und umweltfreundliche Zukunft“. Die Anlagen könnten dazu beitragen, den Ausschuss von Kohlenstoffdioxid zu verringern, und das Landschaftsbild werde durch sie „nicht verschandelt“.