Wo Konzer ihr Geld ausgeben sollen
Konz · Der Stadtrat hat am Dienstagabend einstimmig ein Einzelhandelskonzept für die Stadt Konz beschlossen. Künftig reguliert das Konzept Neuansiedlungen von großflächigen Einzelhandelsgeschäften in Konz. Davon soll die Innenstadt profitieren.
Konz. Die 18 700 Konzer hatten im Jahr 2009 genug Geld, um rund 90 Millionen Euro in Geschäften auszugeben. Dieses Kaufkraftpotenzial ist eine der Grundlagen für das Einzelhandelskonzept für die Stadt Konz, das der Stadtrat am Dienstagabend einstimmig verabschiedet hat. Das Konzept soll künftig als Grundlage für die städtebauliche Entwicklung dienen und Einzelhandelsansiedlungen in der Stadt Konz regulieren.
Ein Ziel ist, dass die Bürger möglichst viel von ihrem Geld in der Stadt Konz ausgeben. Insgesamt könnten laut EHK in Konz jährlich etwa 111 Millionen Euro im Einzelhandel umgesetzt werden. Der Löwenanteil davon entfiele auf Nahrungs- und Genussmittel sowie auf Möbel.
Das zweite Ziel des Konzepts ist die Stärkung des Konzer Zentrums: Am liebsten hätte der Stadtrat, dass das Geld der Konzer überwiegend dort ausgegeben wird. Die Innenstadt wird in dem EHK als zentraler Versorgungsbereich definiert, der sich rund um das Saar-Mosel-Zentrum erstreckt (siehe Grafik), das bald ausgebaut werden soll (der TV berichtete).
Ergänzt wird der Bereich durch Angebote in der Beethoven-Galerie/Wiltinger Straße und den Sonderstandort Möbel Martin. Großflächige Geschäfte mit bestimmten Waren (zum Beispiel Schuhe, Computer oder Lederwaren) sollen laut dem Konzept künftig nur noch im zentralen Versorgungsbereich angesiedelt werden.
"Wir haben der Innenstadt schon viel Konkurrenz zugemutet, obwohl sie noch im Aufbau ist", meinte Bürgermeister Karl-Heinz Frieden. Damit spielte er auf den Standort Konzerbrück an. "Diese Konkurrenzsituation wird sich weiter verschärfen", heißt es sogar im EHK.
Fachmarktzentrum genehmigt
Schon seit Anfang Mai ist der Bau eines Fachmarktzentrums mit einer Gesamtverkaufsfläche von 3350 Quadratmetern genehmigt. So entstehen bald ein Elektronikfachmarkt (1500 Quadratmeter), ein Lebensmitteldiscounter (800 Quadratmeter), ein Textildiscounter (600 Quadratmeter), ein Zoofachmarkt (400 Quadratmeter) und ein Backshop (50 Quadratmeter).
Ähnliche Projekte will der Stadtrat nun mit einer Bausperre für das Gebiet verhindern - am Bau des Fachmarktzentrums ändert der Beschluss jedoch nichts.
Das dritte Ziel des EHK machte Frieden ebenfalls klar: "Die Nahversorgungsstruktur muss erhalten bleiben." Um das zu gewährleisten, werden zum Beispiel in Karthaus und im noch zu erschließenden Baugebiet Roscheid VI Flächen für 800 Quadratmeter große Lebensmittelgeschäfte frei gehalten.
Im Februar und im Juni hatte der Stadtrat das EHK wegen offener Fragen zweimal zurück in städtische Ausschüsse verwiesen. Die FWG-Fraktion fragte sich unter anderem, ob bestehende Geschäfte außerhalb des Zentrums expandieren könnten. Das ist laut Frieden kein Problem. Das EHK setze keine sklavischen Vorgaben wie ein Gesetz. Die Planungshoheit des Stadtrats bleibe erhalten. Die Ratsmitglieder können jederzeit eingreifen. Die offenen Fragen seien nun alle beantwortet, hieß es fraktionsübergreifend. So kam es zu dem einstimmigen Beschluss.