Wo Musik gelebt wird
Ein in die Musik vernarrter Pfarrer Höning und die Hausmusik liebende Familie Weber waren im Jahr 1928 Geburtshelfer des Rascheider Musikvereins. Bis heute fanden sich im vereinsstarken Hochwalddorf stets Menschen, die den Verein mit Leben füllten. Vom 3. bis 5. Oktober feiern die musikalischen Rascheider im Rahmen des 4. Oktoberfestes das 80-jährige Bestehen.
Rascheid. Treue ist im MV Rascheid keine leere Worthülse, sondern gelebtes Programm. In acht Jahrzehnten dirigierten das Blasorchester nur vier musikalische Leiter. Seit 1979 schwingt das Eigengewächs Karl-Heinz Ludwig den Taktstock. Die Geschicke des Vereins lenkt seit 1995 Frank Ludwig als Vorsitzender.
Da die Wartungs- und Anschaffungskosten der Instrumente hoch sind, veranstaltet der Verein Feste, um die nötigen Finanzen zu erwirtschaften. Helfende Hände finden sich nicht nur in den eigenen Reihen, sondern ebenfalls bei den Menschen des Dorfes, die zudem in großer Zahl die Vereinsfeste besuchen. Viele Rascheider begleiten ihren Musikverein zu Gastspielen außerhalb der Dorfgrenzen. Diese Rückendeckung wissen die Aktiven sehr zu schätzen. Die Rascheider Musikanten spielten in den vergangenen Jahren regelmäßig in Nachbardörfern, die keinen Musikverein haben. Auch dort wurde finanziell der Grundstock für ihre jährliche Weihnachtsfeier gelegt.
Nachwuchssorgen gibt es beim MV nicht wie in vielen anderen Vereinen. Etwa die Hälfte der Aktiven sind unter 25 Jahre alt, so dass sich Jugendliche und Kinder eher angesprochen fühlen, wenn es um eine Mitgliedschaft geht. Die Werbetrommel haben die Verantwortlichen bei Schnuppertagen gerührt. Zurzeit werden neun Schüler im Ort ausgebildet. Motiviert wird der Nachwuchs von den Ausbildern und unterstützt von ihren Eltern, die die Ausbildungskosten für das vom Verein gestellte Musikinstrument seit einiger Zeit selbst zahlen.
Die Liebe zur Musik, ein vielseitiges, facettenreiches Repertoire sowie die positive Ausstrahlung der Rascheider verbinden die Jungen und die Alten. Der MV Rascheid ist fest im Dorf verankert. Er umrahmt nicht nur weltliche Feste wie den Karneval der Räschda Geiemänner, sondern auch kirchliche wie die St.-Anna-Prozession oder das Fest des heiligen Martin. Zeitweise gehörten der Kinderschola, die seit 1988 besteht und vom Kirchenorganisten und von Trompeter Alfons Thielen geleitet wird, überwiegend aktive Musikerinnen an.
Die Herbstzeit ist in Rascheid auch Oktoberfestzeit. Und in diesem Jahr auch der Rahmen für die Jubiläumsfeier des Musikvereins. Während des 4. Oktoberfestes wird von Freitag, 3. Oktober, bis Sonntag, 5. Oktober, der Vereinsgeburtstag im Rundzelt auf dem Festplatz gegenüber dem Dorfladen gefeiert.
Das Festprogramm: Freitag, 3. Oktober: ab 20 Uhr "Die Hütte brennt...", mit den Hits der 80er und mehr; Samstag, 4. Oktober: ab 19 Uhr Zug von der Kirche ins Oktoberfestzelt mit Blasmusik, Fassanstich mit Freibier, Tanzeinlagen mit der Volkstanzgruppe der kulturellen Dorfgemeinschaft Geisfeld aus dem Frankenland, Wiesengaudi mit dem Original Helmut B.; Sonntag, 5. Oktober: 11 Uhr Frühschoppen mit dem MV Geisfeld, 12 Uhr zünftiges Mittagessen, ab 13 Uhr Unterhaltung mit den Gastvereinen Damflos, Horath-Berglicht, Holzerath und Bescheid, 19 bis 20 Uhr Happy Hour. EXTRA Musikverein Rascheid: 1928 gegründet; Mitglieder: 175, davon 47 Aktive; jüngstes aktives Mitglied: 15 Jahre, ältestes 69 Jahre; in Ausbildung: neun Musiker im Alter von neun bis 14 Jahre; vier Schüler lernen Holzblasinstrumente, fünf werden auf der Querflöte ausgebildet; Dirigent seit 1979: Karl-Heinz Ludwig; Vorsitzender seit 1995: Frank Ludwig; Proben: freitags ab 20 Uhr im Leyendeckersaal.