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Wo Rieseneulen flattern und Aliens tief fliegen

Wo Rieseneulen flattern und Aliens tief fliegen

Flinke Lenkdrachen, blaue Eulen, gigantische Pinguine: Auf der Korlinger Höhe haben am Wochenende etwa 4000 Profis und Hobbyflieger ihre Drachen in den Himmel geschickt. Der Regen bereitete dem Spaß am Sonntag ein jähes Ende.

Korlingen. Schnell und fast lautlos rauscht der grüne Lenkdrachen durch die Luft. Ein, zwei Loopings, dann gleitet er langsam zur Erde. "Etwas wenig Wind heute", erklärt Romeo Boden. Der Neunjährige ist einer der Ersten, die sich am Sonntagmorgen zum Familiendrachenfest auf der Korlinger Höhe eingefunden haben. Den Drachen besitzt Romeo erst seit vier Wochen. "Er steuert ihn aber wie ein Profi", lobt seine Begleiterin Martha Gomez.
Professionell geht es auch ein paar Meter weiter zu. Im perfekten Formationsflug gleiten dort vier schwarz-rot gemusterte Lenkdrachen durch die Luft, tanzen regelrecht am Himmel. An den Schnüren stehen Yvonne Koppitsch, Andi Schiebler, Manuel Berger und Stefan Engel, die mit ihrem "Team-4-Fun" schon am Samstag angereist sind. "Heute fehlt ein bisschen der Wind", erklärt Yvonne Koppitsch. Der Samstag sei jedoch "super" gewesen. "Es war fast schon zu windig, aber das gibt Muckis", sagt sie und lacht.
Kraft braucht auch eine Gruppe aus dem Saarland, die gerade eine ihrer Rieseneulen in den Himmel schicken möchte. Der überdimensionale rote Vogel flattert noch dicht über der Erde. "Gleich ist er oben", verspricht Uwe Walny. Die Gruppe reist seit sieben Jahren zum Drachenfest an, das der Verein Drachenfreunde Trier in diesem Jahr zum 20. Mal organisiert hat. "Was die Leute mit nur elf aktiven Mitgliedern leisten, ist bombastisch", lobt Walny.
Großer Betrieb herrscht gegen Mittag auf der Übungswiese, die für die vielen Familien reserviert ist. Väter, Mütter und Großeltern laufen - Drachen im Tiger- oder Sesamstraßen-Design hinter sich her ziehend - über die Wiese, angefeuert vom Nachwuchs.
Die dunklen Wolken über der Korlinger Höhe scheinen die Drachenflieger nicht zu stören - bis dann doch noch heftiger Regen einsetzt und die meisten Besucher das Gelände verlassen.
Auch die Profiflieger packen ihre Fluggeräte ein und brechen auf. "Schade, aber wenn es nass wird, hat es keinen Zweck mehr", sagt Winfried Thomm, Präsident der Drachenfreunde Trier. Denn vor allem bei den großen Figurendrachen falle das Trocknen schwer.
Thomms Festbilanz fällt durchwachsen aus: "Mit dem Samstag sind wir zufrieden, da war richtig viel los." Auch am Sonntagmorgen habe er noch 215 aktive Flieger gezählt.
Insgesamt schätzt Thomm die Besucherzahl auf etwa 4000. Der abrupte Abbruch, sagt er, werde sich finanziell bemerkbar machen. Pro Fest investiert der Verein etwa 3000 Euro. Trotzdem solle das Drachenfest auch künftig ohne Eintritt und Parkgebühr auskommen. "Es bleibt ein Fest für die Familien." cweb