Wo Ritter Riesling wittern

SAARBURG. Wenn Armbrustschützen und Lanzenträger eine hölzerne Burg erobern, wird ein kühles Glas Riesling nicht fern sein: Vom 2. bis zum 4. September lockt das "Sagenhafte Saarweinfest" mit neuen Attraktionen und bewährten Traditionen.

Waffen klirren, in der Luft liegt schwefliger Rauch. Unter ihren schweren Rüstungen schwitzend, versucht eine Heerschar bewaffneter Ritter die Burg zu stürmen. Sirrend fliegen Pfeile über ihre Köpfe hinweg und prallen an den hölzernen Zinnen der Saarburg ab. Hölzerne Zinnen? Diese Geschehnisse liegen nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. In rund zwei Wochen werden 300 Ritter in einer großen Schlacht um die "Saarburg" kämpfen. Die Umkämpfte ist vier Meter hoch, 15 Meter lang, aus Holz, zinnenbewehrt und Teil eines großen Fests: dem "Sagenhaften Saarweinfest" vom 2. bis 4. September. Eine neue Attraktion des Fests ist besagte Schlacht, die samstags ab 17 Uhr und sonntags ab 15.30 Uhr am Saarufer ausgetragen wird. Normale Ritterturniere gebe es mittlerweile in vielen Städten zu sehen, sagt Saarburgs Kulturbeauftragte Annette Barth. "Aber wir wollen uns mit unserer eigenen Geschichte auseinander setzen." Die Schlacht soll an die Eroberung der echten Saarburg im Jahr 1437 erinnern. Auch der Rest der Saarwiese Beurig wird Teil einer "mittelalterlichen Aktionszone" sein - mit großem Ritterlager, einem rund 40 Stände umfassenden Mittelaltermarkt, auf dem man Schmieden, Lederern und anderen Handwerkern bei der Arbeit zusehen kann, einem Kinderritterturnier, Gauklern, Feuerspuckern, Musik, "Speyss und Trank". Für Letzteres ist auch in der Weinstraße am Fuße der Burg gesorgt. 14 Winzer aus verschiedenen Saargemeinden schenken dort ihre Weine aus. Fast ebenso viele Stände bieten Speisen an. An allen Tagen wird auf der Bühne am Saarufer Live-Musik gespielt. Am Samstagabend wird dort die zweite Saar-Obermosel-Weinkönigin inthronisiert. "Für uns ist das ein Fest der Saar-Region", sagt VG-Bürgermeister Leo Lauer. Dieses regionale Gemeinschaftsgefühl unterstützen soll auch eine weitere Attraktion: ein großer, bunter Festumzug. 320 Menschen werden in bunten Gewändern, auf historischen Wagen, zu Pferd oder zu Fuß durch die Stadt ziehen. "Das wird ein bunter Mix aus Rittern, Volkstanzgruppen und örtlichen Vereinen", sagt Richard Fuhs, der den Umzug organisiert. Auf einem historischen "Ratsherrenwagen" werden die Ortsbürgermeister der Saargemeinden durch die Stadt ziehen. Der Umzug wird am Sonntag um 13.30 Uhr am Feuerwehrgerätehaus losgehen und rund eineinhalb Stunden später am Altstadttunnel enden. In der Innenstadt bietet der verkaufsoffene Sonntag die Möglichkeit zu einem Einkaufsbummel. Die Schirmherrschaft des Festes übernimmt Norbert de Wolf, Geschäftsführer von "Landal-Green-Parks". Sponsor ist die RWE. Das Saarweinfest sei nicht einfach ein Fest, sagt Kulturbeauftragte Barth. "Wir wollen zwei wesentliche Profile der Region schärfen: Wein und kulturelles Zeugnis." Und mitfeiern sollen ihrem Wunsch nach nicht nur die Gäste der Region, sondern vor allem auch ihre Bewohner. Der Eintritt zum Mittelalter-Spektakel kostet für Erwachsene vier Euro, für Gewandete und Kinder unter 1,30 Meter Größe ist er frei.

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