Wo, zum Kuckuck, ist das Klo?

Beinahe hätte der Ortsgemeinderat Kastel-Staadt in seinem Haushalt für dieses und das nächste Jahr einen wichtigen Posten vergessen: Eine Toilettenanlage für das neue Herz des Dorfes muss noch geplant und gebaut werden. Festgäste und Touristen sollen diese nutzen können.

Kastel-Staadt. Wozu eine Zukunftswerkstatt nicht alles gut sein kann. Nach zwei Jahren Planung und Bauzeit stellten Frauen in einem Arbeitskreis fest, dass dem schönen neuen Dorfplatz in der Mitte von Kastel-Staadt eines fehlt: eine Toilettenanlage.
An alles wurde gedacht. Sogar das Tier, das den Dorfbewohnern den Spitznamen "Kuckucke" einbrachte, weil dessen Ruf ringsum häufig zu hören ist, wurde in Bronze verewigt. "Wenn wir auf dem Platz feiern wollen, brauchen wir auch eine Toilette", stellte Ortsbürgermeister Hubert Schommer in der Haushaltssitzung fest. Architekt Conny Bausch, der auch den gesamten Platz entworfen hat, wurde beauftragt, einen Plan, einschließlich Standortvorschlägen, zu entwerfen. "Bis zu 15 000 Euro wird das kosten", schätzt der Ortschef. Man bräuchte die Toilette, schließlich führe ja auch der Felsenpfad mitten durchs Dorf. Zunächst wurde eine Grundsatzentscheidung getroffen, dass ein "Örtchen" nötig ist. Wohin es kommt, wird später entschieden.
Erst nach dieser Entscheidung konnte die Haushaltsberatung starten, für die auch Verbandsgemeindebürgermeister Jürgen Dixius gekommen war. Der warnte jedoch vor den Folgekosten: "Da muss jeden Tag jemand nachschauen und saubermachen." Doch eine öffentliche Toilette gehöre zu den Serviceleistungen, die ein Touristenort bieten muss, der rund 70 000 Besucher im Jahr zählt.
"Kastel-Staadt hat die Weichen in Richtung Zukunft gestellt", sagte Dixius in Bezug auf die großen Investitionen, die hier mit Straßenneubau, Dorfplatz und Kulttheater in den letzten Jahren umgesetzt wurden (der TV berichtete mehrfach). Auch das künftige, schnelle Internet sei wegweisend, so der Rathauschef.
Wie sich das alles genau entwickeln soll, daran wirken die Bürger mit, die sich am 14. Mai erstmals in der Zukunftswerkstatt trafen. Die Ortsgemeinde wird sich jährlich mit 4500 Euro an den Kosten für professionelle Unterstützung beteiligen. Die Stelle ist bei der Verbandsgemeinde Saarburg ausgeschrieben.
Mehrere Arbeitskreise sind gebildet worden, die Ideen entwickeln für geführte Wanderungen, Jugend- und Seniorenaktivitäten, Sport und Feste.
"Wir brauchen überhaupt viel mehr Kommunikation", findet Ortschef Schommer. Sogar über eine Dorfgesundheitshütte nach Mannebacher Vorbild wurde schon nachgedacht. Dafür soll eine Umfrage starten, um festzustellen, ob genügend potenzielle Nutzer da sind. Weiter arbeitet Schommer an der Idee einer Wiederbelebung der Gastronomie im Dorf: "Und wenn es nur eine Frittenbude an der Klause ist."
Vor der Schlussabrechnung stehen noch rund 94 000 Euro zur Finanzierung der Dorfmitte offen. 142 900 Euro wird Kastel-Staadt insgesamt investieren. Damit steigt die Verschuldung auf 1550 Euro pro Einwohner, insgesamt also 616 000 Euro.
Extra

 Das neue Herz von Kastel-Staadt ist hübsch geworden. Aber erst jetzt wurde bemerkt, dass eine Toilette fehlt.
Das neue Herz von Kastel-Staadt ist hübsch geworden. Aber erst jetzt wurde bemerkt, dass eine Toilette fehlt. Foto: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"

Nach dem Fest, mit dem Kastel-Staadt das Ende der Bauarbeiten in den Mai hinein gefeiert hat, soll vor dem Kirmeswochenende, am 24. Juni die große Einweihung der Baumaßnahmen von Straßen und Dorfplatz folgen. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr das Bürgerhaus. Ehrengast in der neue Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, Volker Wissing. doth