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Wofür Kell künftig Millionen ausgibt

Wofür Kell künftig Millionen ausgibt

Wo wird in der Verbandsgemeinde (VG) Kell wann wie viel Geld ausgegeben? Diese Frage hat der Rat beantwortet und den bis 2016 gültigen Fahrplan für Investitionen festgezurrt. Wird er eins zu eins umgesetzt, fließen in diesem Zeitraum rund 8,75 Millionen Euro in neue Projekte. Das meiste Geld vergraben dabei die als Eigenbetrieb abgekoppelten VG-Werke.

Kell am See. Einen Wunschzettel ans Christkind schreiben: Auf diese Aufgabe freuen sich in der Vorweihnachtszeit alle Kinder. Auch Kommunalpolitiker entscheiden in der Vorweihnachtszeit über eine Liste, die so mancher von ihnen ebenfalls eher als Wunschzettel betrachtet. Gemeint sind die Investitionsprogramme, die für die kommenden vier Jahre aufgestellt werden. Der Keller VG-Rat hat das jüngst ohne Gegenstimme getan.
Die Umsetzung dieses Projekt-Pakets hängt zwar von vielen Variablen - zum Beispiel von Zuschüssen - ab und erfahrungsgemäß wird es so sein, dass einige Vorhaben auch nach 2016 nur auf dem Papier existieren. Dennoch betont Bürgermeister Werner Angsten (CDU), dass man die Programme "ernst nehmen muss. Sie sind die Grundlage für die Erstellung unserer Haushaltspläne."
Die Gesamtsumme: Von 2013 bis 2016 haben die VG und die als Eigenbetrieb agierenden VG-Werke Projekte ins Auge gefasst, deren Kosten sich insgesamt auf rund 8,75 Millionen Euro belaufen. Davon entfallen allein circa 4,25 Millionen Euro auf Vorhaben, die im nächsten Jahr über die Bühne gehen sollen.

Das planen die Werke: Das meiste Geld wird in der VG Kell im Untergrund vergraben - und zwar von den Werken. Bis 2016 sind im Betriebszweig Abwasserbeseitigung Vorhaben für 5,96 Millionen Euro vorgesehen, wovon schon im kommenden Jahr rund 2,9 Millionen Euro ausgegeben werden. Für diese Aktivitäten gibt es zwei Schwerpunkte.
Zum einen wird in Mandern im Zuge des Kreisstraßenaubaus (K 68) in der Hans-Bilstein-Straße der Kanal erneuert. Flankierend dazu legen die Werke Regenüberlaufbecken an, um den Ort künftig besser vor Sturzfluten zu schützen. Somit pumpen die Werke 2013 allein 1,2 Millionen Euro nach Mandern.
Zweiter Schwerpunkt ist Zerf. Dort steht im nächsten Jahr die Erschließung des Baugebiets in der Schulstraße an. Auch in drei anderen Straßen werden Rohre verlegt. So kommen 2013 Kosten von rund 1,22 Millionen Euro zusammen. Noch teurer wird die Erneuerung des Kanals, wenn es in Zerf zum Ausbau der Ortsdurchfahrt - der Bundesstraße 407 - kommt. Für dieses Projekt haben die Werke zwischen 2014 und 2016 rund 1,63 Millionen Euro eingeplant.
Bei allen Vorhaben lassen die Werke auch Leitungen zur Wasserversorgung verlegen. Das kostet aber nicht so viel wie die Arbeiten am Kanal. Insgesamt stehen im Betriebszweig Wasserversorgung bis 2016 Investitionen von 1,23 Millionen Euro an. Davon fallen 522 000 Euro nächstes Jahr an. Die Projekte der Werke werden über die Gebühren mitfinanziert, die alle VG-Haushalte zahlen. 2013 ist laut Werkleiter Jörg Jost eine Erhöhung der Tarife vorgesehen. Darüber entscheidet der VG-Rat im Januar.

Das plant die VG: Im Vergleich zu den Werken stemmt die VG ein deutlich kleineres Investitionspaket. Sie ist in erster Linie für den Brandschutz und die Grundschulen zuständig. Bis 2016 will die VG insgesamt 1,55 Millionen Euro in neue Projekte stecken. Mehr als die Hälfte davon (843 000 Euro) sind schon 2013 geplant. Eher bescheiden sind mit 46 500 Euro nächstes Jahr die Anschaffungen in den vier Grundschulen.
Kräftiger wird hingegen in den Brandschutz investiert. Bis 2016 sind dort Projekte für 1,22 Millionen Euro geplant. Davon entfallen rund 630 000 Euro auf das nächste Jahr. So sollen 2013 für insgesamt 127 000 Euro neue Feuerwehrfahrzeuge in Zerf, Baldringen, Paschel und Schömerich gekauft werden. Dazu kommen Bauarbeiten an den Gerätehäusern in Greimerath, Mandern und Baldringen. In Kell kommt für 40 000 Euro eine neue Photovoltaikanlage aufs Dach.
Das größte Projekt ist mit 270 000 Euro die Erweiterung des Gerätehauses in Zerf, um dort mehr Platz für die zentrale Atemschutzwerkstatt der VG zu schaffen. Der Haken an der Sache: Die Kommunalaufsicht ist zurzeit nicht dazu bereit, den Kellern die Aufnahme eines Kredits zu genehmigen. In Gesprächen mit Nachbar-VG soll geklärt werden, ob die Keller deren Atemschutzwerkstätten mitnutzen können. Der Keller VG-Rat pocht aber auf die Verwirklichung des Projekts in Zerf und lässt es damit auf dem "Wunschzettel" stehen.