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Wohlfühl-Oase für Pappnasen

SAARBURG. In Saarburg darf wieder im großen Stil gelacht und geschunkelt werden – mindestens bis Aschermittwoch. Zur ersten Kappensitzung der Karnevalsgesellschaft (KG) "Hau-Ruck" in dieser Session kamen 500 Gäste ins eigens kreierte "Hunor-Hotel". ARRAY(0x17c359e0)

Wer sich in diesem Jahr ins Saarburger Karnevalsgetümmel stürzt, dürfte - sofern man den Hau-Ruck-Verantwortlichen glauben kann - keineswegs mit einem "dicken Kopp" wieder nach Hause gehen. Im Gegenteil. Gute Laune und Entspannung stehen auf dem Programm. Eigens zu diesem Zweck haben die Jecken aus der Stadt ein mit elf Sternen ausgestattetes "Humor-Hotel" errichtet und damit nach eigenem Bekunden eine "Wohlfühl-Oase" für Pappnasen-Träger geschaffen. Doch Eile ist geboten, denn spätestens am Aschermittwoch soll das Etablissement in der Heckingstraße wieder schließen. 500 Pappnasen hatten sich auf den Weg in die zur Nobelherberge umfunktionierte Stadthalle gemacht. Auf einem roten Teppich wandelten die mehr oder weniger kostümierten "Hotel-Gäste" in Richtung Eingang. In der "Lobby" klimperte jemand auf einem blank geputzten Flügel. Punkt 20.11 Uhr öffnete sich unter Fanfaren-Klängen und unter tosendem Applaus der Vorhang. Zum Vorschein kam ein beeindruckendes Bühnenbild: Eine von Hotel-Fassaden flankierte überdimensionale Rezeption. Nach der Eröffnungszeremonie mit dem Einzug des Elferrats, Aufwärm-Liedern und einem flotten Tanz stieg Peter Merten in die Bütt. Auftaktredner haben es gewöhnlich nicht leicht, doch Merten erwies sich als Routinier. Als "Hotel-Tester" angetreten, behandelte er in Reimform so ziemlich alles, worüber es sich schmunzeln lässt. Da war die Rede vom Orkan Kyrill, der nicht nur Bäume, sondern auch den bayerischen Ministerpräsidenten entwurzelt habe, aber auch vom deutschen Papst, der Pastor Peter Leick das Weihnachtsgeld vorenthalten habe. Merten hatte die Lacher auf seiner Seite - ebenso wie Helmut Oetringer, der als Golfspieler vom Leben auf dem kurz geschorenen Grün und weit darüber hinaus berichtete. Nicht zuletzt bei Stadtbürgermeister Jürgen Dixius sorgte Berthold Kramp für Stirnrunzeln. Gekonnt nahm der Rathaus-Telefonist und Hotel-Rezeptionist das Stadtleben aufs Korn. So berichtete Kramp vom geplanten Saarburger Verkehrskreisel und dem Kuriosum, dass der Verkehr dort - anders als üblich - angeblich in entgegen gesetzter Richtung fließen soll. Auf die Idee sei Stadtchef Dixius bei einem Besuch in London gekommen. Damit sich die Saarburger daran gewöhnen, sollen erst mal nur Busse anders herum fahren, wollte Kramp in Erfahrung gebracht haben. Zwischen den Vorträgen gab es viel Musik und diverse Tanzeinlagen, unter anderem von der Jugendgarde und dem Hau-Ruck-Ballett. Außerdem wirkten mit: Die Chorgruppe der KG, die "Dissonanten Tanten", das "Hau-Ruck-Sorglos-Theater" und Timo Rahlmeyer als "Integrations- und Motivationstrainer". Als "Hotel-Bigband" hatten die Saarburger Jecken die "Original Wunderländer", die kleine Besetzung des Musikvereins Beurig, angeheuert. Das Finale bestritt Andreas Jager, der sich erwartungsgemäß auch diesmal als Stimmungsgarant und exzellenter Mime erwies. Als Reiseleiter der "Ädvenscha-Trävel-Agentur" der KG Hau-Ruck berichtete er von seinen Abenteuern, die er in fernen Ländern, darunter im Nachbarort Irsch, erlebt hat. Die Leitung des rund viereinhalbstündigen Spektakels im "Humor-Hotel" hatte Hau-Ruck-Präsident Roland Hoffmann inne. Fotos, Infos und Termine zur Fastnacht auf