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Wohnungen im Hotel Nitteler Hof - Gemeinderat stimmt gegen Umbau wegen Stellplatzkonzept

Kommunalpolitik : Wohnungen statt Hotel: Plan in Nittel stockt

Ortschef Peter Hein ist dafür, Gästezimmer im Hotel Nitteler Hof zusammenzulegen und zu Eigentumswohnungen umzubauen. Eine Mehrheit des Ortsgemeinderats lehnt das Projekt jedoch ab.

Das Votum in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Nittel fiel knapp aus. Sieben Ratsmitglieder stimmten gegen den Umbau des Hotels Nitteler Hof, fünf waren für das Projekt des Eigentümers, der Hotelzimmer zusammenlegen und Eigentumswohnungen daraus machen will. Drei Mitglieder des Gremiums enthielten sich. Die Argumente der Ratsmitglieder, die sich gegen die Eigentumswohnungen aussprechen, drehten sich hauptsächlich um die Lage der Stellplätze, die zu den sieben geplanten Wohnungen gehören.

Da fünf Wohnungen größer als 60 Quadratmeter werden sollen, und zwei kleiner als 60 Quadratmeter, benötigt Bauherr Marco Zandbergen insgesamt zwölf Stellplätze. „Ich habe sogar 13 Parkplätze ausgewiesen“, sagt Zandbergen bei einem Ortstermin. Er ist insofern verwundert über den für ihn negativen Beschluss des Ortsgemeinderats, weil es seitens der zuständigen Fachabteilung in der Konzer Verwaltung keinerlei Einwände gegen seine Planung gab: „Das Bauamt hat alle ausgewiesenen Parkplätze akzeptiert.“

Michael Naunheim, Pressesprecher der Verbandsgemeinde Konz, bestätigt das: „Es ist die Aufgabe der Verwaltung, die Lage der Stellplätze zu prüfen.“ Bestandteil einer jeden Prüfung eines Bauantrags sei der Nachweis, dass die gültige Stellplatzverordnung eingehalten werde.

Im Ortsgemeinderat sorgte sich Lotta Oittinen (FWG) insbesondere um den sicheren Schulweg. Denn die Kreuzung vor dem Hotel gehöre zu den schwierigsten Passagen für Schulkinder, die zu Fuß zur nahe gelegenen Grundschule unterwegs seien. In einer Stellungnahme der Nitteler FWG wird zusätzlich bemängelt, dass der Stellplatznachweis nur theoretischer Natur sei: „Nur ein Teil der geplanten Parkplätze erfüllen unserer Ansicht nach die Anforderung an Stellflächen, die ohne Behinderung oder gar Gefährdung des fußläufigen und fließenden Verkehrs praktikabel nutzbar sind.“ Die FWG-Vertreter im Ortsgemeinderat erwarten durch „verengte Gegebenheiten und mangelnde Sichtverhältnisse“ ein hohes Gefahrenpotenzial.

Fünf der Stellplätze sollen vor dem Hotelgebäude eingerichtet werden, wo zurzeit noch Platanen stehen. Platz für vier weitere Stellplätze entsteht, weil nicht benötigte Lagerräume des Hotels im Mühlenweg abgerissen werden. Die restlichen Parkplätze sollen zum großen Teil auf dem breiten Vorplatz vor einem benachbarten Getränkemarkt eingerichtet werden. „Dort sind jetzt schon drei Stellplätze für Wohnungen in dem Getränkemarkt-Gebäude fest eingerichtet“, sagt Zandbergen.

Seine Argumentation neben dem faktischen Nachweis der Parkplätze ist, dass sich für den Ort die Gesamtsituation durch die Stellplätze für Eigentumswohnungen sogar verbessern würde. „Für die Hotelgäste musste ich bislang keine Parkplätze nachweisen. Wenn nun Hotelzimmer zusammengelegt werden zu Wohnungen, und für diese Wohnungen feste Parkplätze vorhanden sind, dann wird grundsätzlich weniger Parkplatz benötigt als bisher. Unterm Strich ein Gewinn für alle“, erklärt der Hotelier.

Zandbergen hat nun noch die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Entscheidung des Nitteler Ortsgemeinderats einzureichen. „Zuständig ist dann der Kreisrechtsausschuss“, erklärt VG-Pressesprecher Naunheim.