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Wolfsangriff im Hochwald? - Schaf in der Nähe von Wadern gerissen

Wolfsangriff im Hochwald? - Schaf in der Nähe von Wadern gerissen

Ein Schaf ist im nördlichen Saarland tot aufgefunden worden. Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz vermutet einen entlaufenen oder wild lebenden Hund als Angreifer. Auch ein Wolf käme in Betracht, heißt es. Ein DNA-Test soll Aufschluss geben. Hierfür wurde das Forschungsinstitut Senckenberg beauftragt, dass das Ergebnis in drei Wochen bekannt gibt.

Ein totes Schaf. Eine Behörde. Eine Frage. Was hat das Tier am Dienstag, 1. September, in der Umgebung bei Wadern getötet? Die Oberste Naturschutzbehörde nimmt an, dass es sich um einen entlaufenen oder wild lebenden Hund handeln könnte. Aber auch ein Wolf komme als Angreifer in Betracht, erklärt Pressesprecher Damian Müller vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Um das zu klären, sind vom Tatort Proben entnommen worden. Die DNA-Spuren (vom Fundtier sowie Fundort) wurden an das Forschungsinstitut Senckenberg (Gelnhausen bei Frankfurt) geschickt, das auf Wildtiergenetik spezialisiert ist.

Die Auswertung der Proben wird in drei Wochen bekannt gegeben. Es könne aber auch vorkommen, dass man aufgrund der Witterungsverhältnisse zu keinem Ergebnis kommt, sagt Müller.

Bei dem toten Jungtier handelt sich um den ersten Fall, bei dem nach dem saarländischen Wolfsmanagementplan geprüft wird, ob ein Wolf als Verursacher in Frage kommt.

Extra
Das Saarland gilt als sogenanntes Wolfserwartungsland. Dabei ist sich die Fachöffentlichkeit sicher, dass es aufgrund der eng begrenzten und dicht besiedelten Landesfläche ohne größere zusammenhängende Waldgebiete nicht zu einer Rudelbildung und dauerhaften Ansiedlung von Wölfen kommen kann. Auf der Suche nach neuen Revieren könnten jedoch durchaus einzelne Wölfe die weniger dicht besiedelten Gebiete des Saarlandes durchstreifen. Vor diesem Hintergrund hat das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit zahlreichen Interessengruppen Anfang des Jahres einen Wolfsmanagementplan erarbeitet. Dieser ist im April in Kraft getreten. (Quelle: Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz - Saarland)