1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Wollen die Waldweilerer betreutes Wohnen? - Bürgerumfrage zur Zukunft der Alten Schule startet diese Woche

Wollen die Waldweilerer betreutes Wohnen? - Bürgerumfrage zur Zukunft der Alten Schule startet diese Woche

Am Samstag, 4. Oktober, bekommen alle Haushalte von Waldweiler Post von der Ortsgemeinde. In einem Faltblatt wird über das geplante Projekt Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) in der Alten Schule informiert. Die Akzeptanz in der Bürgerschaft wird vom Kreis als Bedingung für eine Genehmigung des Eine-Million-Euro-Projekts verlangt.

Waldweiler. Ein Beschluss des Waldweiler Ortsgemeinderates, die Alte Schule für Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) umzubauen, genügt der Kreisverwaltung nicht. "Wir haben dem Kreis einen 18-seitigen Fragenkatalog beantwortet. Aber es wird noch der Beweis einer Akzeptanz in der gesamten Dorfbevölkerung verlangt", erklärt Ortsbürgermeister Manfred Rauber vor dem Gremium. Ein Faltblatt (Flyer) mit Informationen über das Projekt, das laut dem planenden Architekten, Frank Niespor aus Wahlenau (Rhein-Hunsrück-Kreis), rund eine Million Euro kosten wird, soll diese Woche in jeden Haushalt kommen. Wenige Tage später besuchen Ratsmitglieder und die beiden künftigen Betreiberinnen, Mechthild Jung und Hanne Simon, die Haushalte, um weitere Fragen zu beantworten.
Abgefragt wird nicht nur, ob die Bürger das Projekt gut finden, sondern auch, ob sie sich vorstellen können, später die Alte Schule selbst als Alterssitz zu nutzen.
"Wir müssen das beim Kreis per Unterschrift vorlegen", sagt Ortschef Rauber, der auf eine Mehrheit von 70 Prozent hofft. Die Unterschrift verpflichte zu nichts, sondern sei für den Kreis lediglich ein Beweis der Teilnahme an der Befragung. Entwickelt hat das ABW-Modell das Kompetenzzentrum Kastellaun, mit dem die Ortsgemeinde Waldweiler bei der Umsetzung zusammenarbeitet.Integriertes Leben im Dorf


Geschäftsführer Franz-Josef Thelen findet: "Waldweiler hat eine tolle Schule, um die Pflege von zwölf älteren Menschen ein integriertes Leben im Dorf zu sichern." Bis 2050 werde sich der Pflegebedarf in Deutschland verdreifachen. Jetzt gelte es, sich Gedanken über diese Entwicklung zu machen.
Das Finanzierungskonzept steht mit einem extrem zinsgünstigen Kredit der Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz (der TV berichtete). Ob dazu noch ein Zuschuss aus dem Topf des Leader-Programms der Europäischen Union (EU) dazukommt, ist noch ungewiss, da von der Ortsgemeinde Kell angezweifelt worden sei, ob es in 2015 noch eine Lokale Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf gebe, so Thelen. Er will jedoch das Finanzierungsmodell noch einmal durch einen spezialisierten Gutachter absichern lassen. Frank Vogel von der Wählergruppe Krämer fragt: "Wo ist die Grenze, wenn\'s teurer als eine Million wird?" Ortschef Rauber will zunächst auf die Zahlen des Architekten bauen, und: "Genaue Zahlen können nach der Genehmigung erst die Ausschreibungen bringen." Bei der Abstimmung enthielten sich zwei Mitglieder der Wählergruppe Krämer. Der Verteilung des Informationsblattes stimmten alle Ratsmitglieder zu. Bis zum 22. Oktober will die Ortsgemeinde Waldweiler mit allen Unterlagen und den Umfrageergebnissen beim Kreis vorstellig werden.Extra

Mit Norbert Zender von der Wählergruppe Krämer, der bei der Konstituierenden Sitzung nicht anwesend sein konnte, und Maik Jungen von der Wählergruppe Wagner, der für den ersten Beigeordneten Peter Wagner nachrückt, hat Ortsbürgermeister Manfred Rauber zwei neue Ratsmitglieder verpflichtet. Wagner verzichtete als Beigeordneter auf das Ratsmandat. Damit ist das Waldweiler Gremium jetzt komplett. doth