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Wurzelweg wird zur Radrennstrecke

Wurzelweg wird zur Radrennstrecke

Der Konzer Stadtwald wird am 23. Juni zur Rennstrecke. Der Verein Schwalbe Radsport Trier veranstaltet dann ein Mountainbike-Rennen und erwartet mehr als 200 Starter. Organisator Rudi Baltes sieht in dem Rennen einen Wirtschaftsfaktor für die Stadt Konz.

Rudi Baltes aus Konz-Filzen ist leidenschaftlicher Radfahrer. Mit seinem Mountainbike nimmt der 57-jährige Filzener regelmäßig an Wettkämpfen teil. Jetzt organisiert er erstmals mit seinem Verein Schwalbe Radsport Trier ein Rennen in seiner Heimatstadt Konz. Am 23. Juni kommen Radfahrer aus Deutschland, Frankreich, Österreich und den Benelux-Staaten nach Konz, um an dem Rennen Wild Roots (deutsch: Wilde Wurzeln) teilzunehmen (siehe Extra). Baltes hofft auf mindestens 200 Starter. "Wir sind auf 600 ausgerichtet", sagt er.

Die Vorarbeit für das Großereignis läuft schon seit August 2012. Unter anderem hat Baltes in ehrenamtlicher Arbeit zusammen mit einer seiner Rad-Gruppen eine neue Abfahrt von Roscheid zum Konzer Sport- und Schulzentrum angelegt. Dort, wo früher ein brachliegender Weinberg war, ist jetzt ein sogenannter Single Trail zu finden. In der Mountainbiker-Sprache ist das ein schmaler Weg, auf dem nur Platz für einen Fahrer ist.

Die Abfahrt soll einer der Höhepunkte des Wild-Roots-Radspektakels werden. Beim Bau der Strecke haben Josef Ernst, Gerhard Brech, Hubert Kaiser und Günther Zierau geholfen. Das Ergebnis nennen Sie jetzt Road to hell (deutsch: Straße zur Hölle). In sieben Spitzkehren überwindet die Abfahrt, die vom Stadion einsehbar ist, 40 Höhenmeter. Von dem "Höllenweg" geht es zur Zieleinfahrt ins Stadion.

Von der Idee eines Radrennens in Konz ist Baltes total überzeugt. Er sieht ein riesiges Potenzial und vergleicht die Veranstaltung mit dem Saarschleifen-Bike-Marathon im saarländischen Orscholz, der am 25./26. Mai zum neunten Mal ausgerichtet wurde. Die Veranstaltung hatte zunächst 200 Teilnehmer. Inzwischen kommen jährlich fast 1200 Fahrer und Tausende Zuschauer. Die Saarbrücker Zeitung titelte eine Bilanz zum 2012er Radrennen mit "Saarschleifen-Bike-Marathon sorgt für ausgebuchte Hotels rund um Mettlach".

Eine solche Entwicklung kann sich Baltes auch für Konz vorstellen, sollte das Radrennen zum jährlichen
Großereignis werden. "Wir haben das gleiche Potenzial, das ist ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt Konz", meint er. Touristikerin Stefanie Koch, Geschäftsführerin der Saar-Obermosel-Touristik, sieht ebenfalls Potenzial für die Gastbetriebe. "Ich finde das toll, wenn man sieht, wie Orscholz sich etabliert hat, und ich freue mich, dass jemand das in Konz organisiert hat", sagt sie.

Und Rudi Baltes hat noch mehr vor: Er will zum Beispiel mit der TG Konz kooperieren. Der größte Konzer Verein organisiert den Wurzelweglauf, der 2013 zum 38. Mal ausgetragen wird. Die Mountainbike-Strecke verläuft über Teile der Laufstrecke. Baltes Idee: Die TG organisiert 2014 zusammen mit Schwalbe Trier ein kombiniertes Lauf- und Mountainbike-Wochenende. Christian Albrecht, sportlicher Leiter der TG Konz, geht davon aus, dass das Radrennen ein Erfolg werden kann. "Wir sind begeistert von der Idee", sagt er. Die TG sei immer offen für Kooperationen.Meinung

Vision mit Erfolgspotenzial
Das Team von Schwalbe Radsport Trier hat ungemein viel Arbeit in die Organisation des Radrennens in Konz gesteckt. Und die Euphorie ist ansteckend. Die Vision, die dahintersteckt, ist ambitioniert. Der Vergleich mit dem Orscholzer Mountain-Bike-Marathon zeigt das. Für Mettlach ist das Großereignis zum Wirtschaftsfaktor geworden. Warum soll das in Konz nicht funktionieren? Voraussetzung ist, dass die Stadtverwaltung, die Veranstalter und die Konzer Vereine Hand in Hand arbeiten. Vielleicht klappt es dann, das Rennen zu etablieren und Tausende Menschen in die Saar-Mosel-Stadt zu locken. Bei ihrem Engagement wäre es den Veranstaltern auf jeden Fall zu wünschen, dass das erste Rennen ein Erfolg wird. Darauf könnten sie aufbauen. c.kremer@volksfreund.deExtra

Die Strecke: Der Name Wild Roots kommt vom Konzer Wurzelweg, über den ein Großteil der laut Veranstaltern "hochanspruchsvollen" Strecke verläuft. Die Runde ist 6,2 Kilometer lang. 84 Prozent der Strecke gehen über Waldboden, und fast ein Drittel bergauf. Pro Runde müssen die Fahrer 170 Höhenmeter überwinden. Die Höhepunkte auf der Strecke sind alte Bomben-trichter, durch die sich die Radfahrer ihren Weg selbst suchen müssen, und die steile "Road to Hell" von Konz-Roscheid zum Stadion. Zuschauer haben den besten Blick am Rand des Roscheider Wohngebiets und im Stadion, wo auch das Ziel ist. Infos gibt es im Internet unter www.wild-roots-mtb-race.deDer Verein: Schwalbe Radsport Trier hat 240 Mitglieder. Neben Mountainbiking geht es im Verein vor allem um Straßenradrennen. Für den Renntag sucht der Verein noch Helfer. Wer Interesse hat, kann sich bei Rudi Baltes melden: Telefon 06501/16004, Email Rudolf.baltes@t-online.de cmk