"Zebrastreifen müssen her"

TEMMELS. (hpü) Eine Verkehrszählung brachte es an den Tag: Mehr als 1000 Fahrzeuge quälen sich stündlich zu den Stoßzeiten durch Temmels. Nicht nur eine Qual, auch eine erhebliche Gefahr bedeutet für Fußgänger die Überquerung der Bundesstraße 419.

Seit einigen Jahren erleichtern kleine Verkehrsinseln das Überqueren der Bundesstraße 419. Eine Sicherheit für jene, die zu Fuß unterwegs sind, bedeuten die Inseln mitunter nicht. Häufig sei ein Fahrer über die eher unscheinbaren Gebilde hinweg gebraust, so ein Mitglied des Gemeinderates in der jüngsten Sitzung. "Zebrastreifen müssen her", lautete die einhellige Meinung des Gremiums. Ein Schreiben an die Kreisverwaltung blieb jedoch wirkungslos. Die Querungshilfen seien als Hinweis auf Fußgänger ausreichend, meint die Behörde. Damit wollten sich die Temmelser Gemeindeväter jedoch nicht abfinden. Bei einem Ortstermin sollte die aktuelle Situation erörtert und mögliche Maßnahmen beraten werden. Vertreter diverser Fachbehörden trafen sich bei sonnigem Wetter an der B 419. Für Ortsbürgermeister Joachim Mimler stand fest: "Die einzige Lösung, die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten, sind Zebrastreifen." Bernd Durst vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr in Trier hielt dem entgegen, dies sei nur dann der Fall, wenn sie auch genutzt würden. "Bei einer Verkehrszählung zur Hauptverkehrszeit zwischen 16 und 17 Uhr vor wenigen Tagen waren nur 22 Fußgänger an den vorhandenen Querungshilfen zu sehen." Die meisten hätten wohl aus Bequemlichkeit den direkten Weg über die Straßenkreuzung gewählt.Warnschild statt Zebrastreifen

"Zebrastreifen werden daran nichts ändern", sagte Durst. Dem stimmte auch Bernd Henter, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Konz, zu. "Zebrastreifen", so Henter, "bringen keine Verbesserung der aktuellen Situation". Günter Görgen von der Verkehrsbehörde der Kreisverwaltung reichen die insgesamt drei Verkehrsinseln innerhalb des Ortes nicht aus. Görgen betonte: "Querungshilfen ohne begleitende Maßnahmen wie Zebrastreifen oder Hinweisschilder, haben keine wesentliche Steigerung der Sicherheit für Fußgänger zur Folge." Ortsbürgermeister Mimler fügte hinzu: "Wenn man einem Autofahrer nicht zumuten kann, aufgrund erhöhten Verkehrsaufkommens an der Wellener Moselbrücke zu warten, sollte die Sicherheit der Fußgänger nicht außen vor bleiben." Schließlich habe sich seit Änderung der Vorfahrtsreglung in Wellen die Verkehrssituation auf der B 419 in Temmels dramatisch verschärft. Nach rund einstündiger Diskussion fand sich ein Konsens. Für eine Probezeit von drei Monaten sollen ein Warnschild und eine Straßenzeichnung Autofahrer auf möglichen Fußgängerverkehr hinweisen. Über weitere Maßnahmen wollen Gemeinderat und die zuständigen Fachbehörden in Zusammenarbeit mit der Polizei nach Ablauf der Frist beraten. Die Lösung sei akzeptabel, kommentierte Joachim Mimler die Entscheidung: "Die Zukunft wird zeigen, ob das der Weisheit letzter Schluss ist."