Zechen mit Angela

Bedrohtes Wohnen im Mehrgeneratorenhaus: Die Sprachphantasie des Homburger Frauenkabaretts hat in der Saarburger Stadthalle etwa 350 Zuschauer begeistert. Die fünf Frauen waren mit ihrem Programm "Lauter Einzelschicksale" angetreten.

Saarburg. Sie haben sich immer wieder verwandelt, sind in überraschende Rollen geschlüpft und haben weder an Fernsehkommissarinnen noch Politikerinnen ein gutes Haar gelassen: Die fünf Frauen des Homburger Frauenkabaretts haben in der Saarburger Stadthalle etwa 350 Zuschauer bestens unterhalten.
Heidi Hennen etwa veranschaulichte dem Publikum in einer Vorlesung mit einer Plastikspirale die neuesten Erkenntnisse in der Genforschung. Ihre Gen-Semantik-Recherchen hätten ergeben, dass insbesondere Politiker über ein sogenanntes Überleichen-Gen oder das Versprechun-Gen verfügen. Als Gerda und Heddwich machten sich zwei der Frauen auf den Weg nach Berlin, um Angela Merkel und ihre Kollegen zu besuchen. So erlebten sie manch durchzechte Nacht mit prominenten Politikern. Schließlich fanden sich plötzlich auch Ursula von der Leyen, Ex-Doktorin Silvana Koch-Mehrin und Claudia Roth zu einer Plauderrunde in der Stadthalle ein. Alle drei hatten zuvor ein "Wahrheitsserum" eingenommen. So lästerten sie in gelöster Runde ungeniert über die Unzulänglichkeiten der politischen Gegnerinnen. Eine zerstreute Doktorandin wiederum bot dem Publikum ein Allheilmittel, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Sie forderte die Einrichtung von "Mehrgeneratorenhäuser" mit "bedrohtem Wohnen". Dort sollten auch Kurse wie die kreative Belästigungs-Therapie oder Nordic Stalking angeboten werden.
Die zweistündige Vorführung der Künstlerinnen Ursula Pfeiffer-Anslinger, Birgit Schöndorf, Silke Müller, Gisela Walter und Heidi Hennen aus Homburg war voll herzhaftem, saarländischem Humor. Die Lieder und die überraschenden Wendungen begeisterten die Zuschauer. Organisiert wurde der Abend von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im Kreis Trier-Saarburg. Der Erlös geht an den Frauen-Notruf in Trier und ist zur Finanzierung eines Jugendworkshops gegen sexuelle Gewalt bestimmt. gin