Zehn-Meter-Loch: Stolleneinsturz in Wellen weitet sich aus

Wellen · Die Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke sichern seit dem 21. September einen eingestürzten Stollen bei Wellen von der Oberfläche aus. Trotzdem ist der Stollen weiter eingebrochen. Das Loch hat nun einen Durchmesser von zehn Metern. Die Sicherungsarbeiten werden forciert.

Foto: Christian Kremer

Vor zwei Wochen hat sich auf einem Acker zwischen Temmels und Wellen durch den Einsturz eines Stollens der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) ein Loch an der Oberfläche gebildet. Damals war es einen Quadratmeter groß. Weiterer Einsturz möglich Inzwischen hat die Öffnung einen Durchmesser von zehn Metern.

In der Nacht zum Donnerstag hat sich die Öffnung zu einem Krater entwickelt, der 35 Meter tief in die Erde geht. Ein Sturz in den Krater wäre wahrscheinlich tödlich. Das Loch kann laut Harald Ehses, Leiter des Landesamts für Geologie und Bergbau (LGB), noch größer werden. Bisher sei es nicht gelungen, die Dynamik nach dem Stolleneinsturz zu stoppen. Seit zwei Wochen kippt die Firma Saarmontan massenweise Sand über ein acht Meter langes Förderband in den Stollen. So soll das Loch aufgefüllt und gestützt werden.

"Das funktioniert wie bei einer Sanduhr", erklärt der Wellener Ortsbürgermeister Hans Dostert. Das Material falle von oben herunter und breite sich zur Seite aus. Zwar beschreibt Dostert diese Situation ganz sachlich, aber er hegt auch Befürchtungen: "Ich bin mir nicht sicher, ob die Sicherheit da noch gewährleistet ist", sagt er. Zurzeit seien durch den Stolleneinsturz weder Gebäude noch naturgeschützte Bereiche gefährdet, erklärt das LGB. Gefahr für die Einwohner der benachbarten Ortschaften bestehe ebenfalls nicht.

"Es ist aber extrem gefährlich, nahe an das Loch heranzugehen", warnt Ehses. "Die Leute müssen weg davon bleiben." Die Absperrung rund um den Krater ist deshalb ausgeweitet worden. Blieben die Menschen hinter dem Zaun, könne ihnen nichts passieren, sagt der LGB-Leiter. Bisher sei noch nicht genug Sand in das Loch gekippt worden, um auszuschließen, dass sich der Einsturz ausweitet. Ein zweites Förderband sei aufgestellt worden, um die Arbeiten zu beschleunigen. Stürzt der Stollen nicht weiter ein, müssen zur Absicherung von der Oberfläche aus 2000 Kubikmeter Sand in das Loch gekippt werden - das entspricht etwa dem Inhalt eines olympischen Schwimmbeckens.

Die Hauptarbeit steht aber noch unter der Erde an. Dort muss der Bereich ringsherum mit 50.000 Kubikmeter (25 Schwimmbecken) gestützt werden.