Zerf nimmt Zweijährige

ZERF. Das Betreuungsangebot im kommunalen Kindergarten wird ausgeweitet. Ab August 2007 wird in Zerf eine Gruppe eingerichtet, die auch Zweijährige besuchen können. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Eine Hortgruppe, in der Grundschüler Platz finden könnten, wird es hingegen im Kindergarten vorerst nicht geben.

Das Thema ist in aller Munde. Deutschlandweit wird derzeit von Politikern über bessere Betreuungsangebote für Kleinkinder diskutiert. Auch der Zerfer Gemeinderat beschäftigte sich jetzt aus aktuellem Anlass mit dieser Materie. Kaum Diskussionsbedarf gab es bei der Frage, ob im Zerfer Kindergarten - der übrigens eine Ganztagseinrichtung ist und derzeit von rund 100 Jungen und Mädchen besucht wird - eine so genannte geöffnete Gruppe eingerichtet werden soll, in der auch Zweijährige betreut werden können. Vier Anfragen liegen bereits vor

Aktuell haben dafür in Zerf die Eltern von vier Kleinkindern Bedarf angemeldet. Ortsbürgermeister Manfred Rommelfanger (SPD) machte deutlich, dass ab 2010 Zweijährige ohnehin einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben. "Wenn wir also so etwas bereits jetzt in Zerf anbieten können, hat der Kindergarten die Chance, sich langsam in das Thema einzuarbeiten." Leiterin Silvia Sauermann betonte, dass ihr Team einer geöffneten Gruppe positiv gegenüberstehe. "Wir können uns so an das neue Konzept gewöhnen, bevor ab 2010 der gesetzliche Druck da ist". Räumlich seien die Voraussetzungen für eine offene Gruppe gegeben, die dafür notwendige Ergänzung der Einrichtung - es müssten beispielsweise eine Wickelkommode und Betten gekauft werden - erfordere keinen großen Aufwand. Zwar ist bei einer offenen Gruppe zusätzliches Personal nötig. Diese Fachkraft mit einer Viertelstelle "wird aber vom Land voll finanziert und ist für den Träger kostenneutral", betonte Rommelfanger, bevor der Rat grünes Licht für den Start einer solchen Gruppe im Sommer gab.Auf Einrichtung einer Hortgruppe wird verzichtet

Übereinstimmender Meinung war der Rat allerdings, dass auf die Einrichtung einer Hortgruppe für schulpflichtige Kinder im Zerfer Kindergarten verzichtet wird. Von berufstätigen Eltern war dieser Wunsch geäußert worden, da es in der Grundschule Zerf derzeit nur eine Betreuung bis 13 Uhr gibt. Der Spagat, im Kindergarten möglicherweise Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis zehn Jahren nachmittags zu betreuen, erschien aber allen Ratsmitgliedern zu groß. Auch Sauermann beurteilte die Einrichtung einer Hortgruppe eher skeptisch. Die einhellige Meinung des Rats fasste Rommelfanger nach halbstündiger Diskussion über diesen Punkt wie folgt zusammen: "Wir sehen die Notwendigkeit des Anliegens der Eltern und halten es für gewichtig. Im Kindergarten fehlen dafür aber sowohl die konzeptionellen als auch die räumlichen Voraussetzungen." Ausgeweitete Betreuung an Grundschule gefordert

Sinnvoller sei es vielmehr, über Möglichkeiten nachzudenken, wie an der Grundschule selbst das Betreuungsangebot über die Zeit von 13 Uhr hinaus erweitert werden kann. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Werner Angsten gab dazu als Verteter des Schulträgers eine klare Stellungnahme ab: "Wenn der Bedarf für ein ausgeweitetes Angebot an der Grundschule da ist, dann sind wir für diese Sache offen und würden mitspielen", sagte der CDU-Politiker.

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