Zerf und die rechts hängende Drei minus …

Zerf und die rechts hängende Drei minus …

Familienfest der Rallyesportler in Zerf: Am Osterwochenende stand die Gemeinde wieder ganz im Zeichen des Motorsports. Die traditionelle Osterrallye des MSC ist seit vielen Jahren ein heiß ersehnter Pflichttermin für auswärtige Gäste und eine Bewährungsprobe für das Miteinander von Vereinen und Gemeinden.

Zerf. Wenn erwachsene Männer, teilweise den Vorruhestand schon vor Augen, scheinbar ewig lang mit ernster Miene über eine "rechts 3 minus hängt" und eine "links 3 Cut, 50 Kuppe" diskutieren, als gelte es, in Bruce-Willis-Manier die Welt zu retten, dann wissen zumindest diejenigen, die mit diesem Steno-Talk etwas anfangen können: "Es ist mal wieder Rallye-Zeit in Zerf."
Seit vielen Jahren ist die Hochwald-Gemeinde an den Tagen vor Ostern der Nabel der Motorsport-Welt im Südwesten Deutschlands, aber auch für Luxemburg sowie Teile Belgiens und Frankreichs. Albert Port, Vorsitzender der Motorsportfreunde Hochwald, brachte es als Zaungast vor der Ruwertalhalle in Zerf auf den Punkt: "Zerf braucht man in keinen Kalender einzutragen. Da kommt sowieso jeder Rallyefreund hin."
In Zerf werden Freundschaften aufgefrischt, gepflegt, man ist unter sich und fachsimpelt. Leute mit "Benzin im Blut" wie etwa der Konzer Olaf Pelz oder der altgediente Rallye-Dino Edmund Schu aus Hilscheid, auch 2013 wieder im Vorwagen unterwegs, freuen sich wie der personifizierte Osterhase über das jährliche Wiedersehen. Dass es immer wieder dazu kommt, ist in erster Linie ein Verdienst der Zerfer Ortsvereine und der umliegenden Gemeinden. Wenn der Motorsportclub in seinem Begleitheft zur Rallye freiwilligen Helfern seinen Dank ausspricht, dann ist das in diesem Falle mehr als nur bloße verbale Pflichterfüllung. "Im Dorf hilft jeder jedem. Wir brauchen da gar nicht viel zu fragen", weiß auch Andreas Annen, Rallyeleiter vom MSC Zerf, was die Unterstützung von Privatleuten, aus den Zerfer Ortsvereinen oder auch aus den umliegenden Gemeinden für die Rallye wert ist.
"Alle Jahre wieder" kommen Piloten-Teams aus dem Südwesten Deutschlands, aus Luxemburg, Belgien und Frankreich in den Ort. Dazu säumen ein paar Tausend schaulustige Motorsportfreunde den Rand der abgesperrten Strecken in der Nähe von Zerf, Oberemmel, Baldringen, Hentern oder Ollmuth.
An hilfreichen Händen mangelt es nicht. Die freiwillige Feuerwehr mit Wehrführer Günter Hennen, der Sportverein und das Team des SV-Vorsitzenden Dietmar Großmann, der Karnevalsverein mit seinem Chef Guido Wallrich oder die Angehörigen der DRK-Ortsgruppe - sie alle sind da, wo sie gebraucht werden: bei der Streckensicherung, beim Sanitätsdienst, beim Absperren, rund um das Rallyezentrum Ruwertal-Halle, am Start, am Bratwurststand, am Büfett und, und, und …
In vielen Jahren haben sich aber auch private Bekanntschaften zwischen Einheimischen und Teilnehmern, die einen Platz für ihre Fahrzeuge und den Service suchen, ergeben.

Genauso wie die Unterstützung der umliegenden Gemeinden, die ihre Zustimmung zu der Veranstaltung auf ihrem Terrain geben. Baldringens Bürgermeister Willi Emser, Hentern mit Bürgermeister Bernhard Wagner, Ollmuth mit Ortschef Gerd Dietzen oder Oberemmel mit seinem Bürgermeister Hajo Benzkirch: Sie alle geben jedes Jahr ihr Einverständnis, dass Teile der Flur am Ostersamstag zur Rennstrecke werden. Vorschriftsmäßig mit Flatterband abgesperrt, von befreundeten Motorsportclubs gesichert und von DRK und Medizinern in Wartestand arrangiert und später auch wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.
Im nächsten Jahr wird der MSC Zerf 50 Jahre alt: Dann werden beim Jubiläumsfest mit Sicherheit rund um die Rallye wieder viele Hände gebraucht. Und dass die alten Herren gemeinsam mit dem Nachwuchs aus dem "Junior Cup" dann wieder über die "rechts hängende Drei minus" und andere Welt bewegende Dinge diskutieren, steht jetzt schon fest.

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