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Zerfer gedenken der Opfer des NS-Terrors

Zerfer gedenken der Opfer des NS-Terrors

Rund 50 Bürger aus Zerf und Umgebung haben am jüdischen Friedhof des Orts an einer Gedenkveranstaltung teilgenommen. Aus Anlass des 70. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz hatte die Zerfer SPD zum stillen Gedenken an die ehemaligen Mitbürger gebeten.

Zerf. "Wir wollen uns heute erinnern - erinnern an die Verbrechen von Nazi-Deutschland, an alle Opfer, die die Ideologie der Nazis gefordert hat", betonte Andreas Rommelfanger in seiner Ansprache. Der Vorsitzende der Zerfer SPD erinnerte an Sinti und Roma, die slawischen Völker, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, widerständige Christen, Zeugen Jehovas und alle anderen, die sich dem staatlichen Terror widersetzten und Opfer des Säuberungswahns wurden.
"Besonders wollen wir uns an die 44 Mitglieder der jüdischen Gemeinde Zerf erinnern, die 1933 in Zerf und Umgebung lebten, mehr als 20 von ihnen überlebten den Holocaust nicht. Von den Juden wird der Friedhof als Haus der Ewigkeit bezeichnet, anders als im Christentum ebnen sie ihre Grabstätten nicht ein, sie bleiben für immer erhalten. Wie weit die Ideologie der Nazis ging, sieht man daran, dass sie auch diese ewigen Ruhestätten zerstören wollten. Dass dieser Friedhof hier in Zerf heute noch existiert, zeigt daher, dass das Judentum in Zerf nicht völlig zerstört werden konnte", so Rommelfanger.
Für die Menschen, die den NS-Terror nicht überlebten, legten die Zerfer Bürger ein Blumengedeck an den Eingang des Friedhofs und gedachten ihrer mit einer Schweigeminute.
Der Zerfer Friedhof für die Menschen jüdischen Glaubens in der Mühlenflur wurde zuletzt im Jahr 2013 von engagierten Jugendlichen und der Gemeinde Zerf wieder hergerichtet.
Der Friedhof kann in Rücksprache mit der Gemeinde besichtigt werden. red