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Zu wenig Parkflächen für Dorfplatz geplant - CDU im Greimerather Rat kritisiert Architektenentwurf

Zu wenig Parkflächen für Dorfplatz geplant - CDU im Greimerather Rat kritisiert Architektenentwurf

Die Neugestaltung des Dorfplatzes ist ein wichtiges Zukunftsprojekt in Greimerath. Architekten hatten dazu ihre Vorschläge in einem Wettbewerb eingereicht, der beste Entwurf wurde im Dezember ausgezeichnet. Auf Beschluss des Gemeinderats soll der Planer nun weiter daran feilen - allerdings mit der Vorgabe, mehr Parkplätze zu schaffen. Darauf hatte die CDU-Fraktion gedrängt.

Greimerath. Die Greimerather haben große Pläne für ihren Dorfplatz, den sie komplett umgestalten wollen. Ein Ort zum Wohlfühlen soll daraus werden, der aber weiterhin wichtige Aufgaben für die Dorfgemeinschaft und Gäste von außerhalb erfüllt.
Um diese Vorstellungen in Einklang zu bringen, hat die Ortsgemeinde einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben und den Vorschlag eines Freiburger Büros zum Siegerentwurf gekürt (TV vom 14. Dezember). Der Gemeinderat hat nun die Planer mit der weiteren Ausarbeitung beauftragt, dies aber mit Bedingungen verknüpft.
Zuvor gab es eine längere Diskussion, in der die CDU-Fraktion Bedenken zur prämierten Planung äußerte. Es gebe "einige Probleme", sagte Fraktionschef Josef Leineweber. Er verwies auf das Entwicklungskonzept, das die Ortsgemeinde habe aufstellen müssen, "um überhaupt an die Förderung heranzukommen". Insgesamt 2,3 Millionen Euro fließen in den nächsten acht Jahre aus einem Städtebauprogramm für ländliche Zentren nach Greimerath (der TV berichtete mehrfach). Die Gestaltung des Dorfplatzes soll das erste von vielen Förderprojekten sein.
Das dazu notwendige Konzept geht laut Leineweber von 50 öffentlichen Parkplätzen auf dem Dorfplatz aus. Dies sei so auch von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) abgesegnet.
"Was wir als ausreichend vorhanden deklariert haben, streichen wir jetzt aber und bieten keinen Ersatz", kritisierte Leineweber. Denn der Siegerentwurf sehe auf dem Dorfplatz selbst keine Stellplätze mehr vor und gegenüber am Buswartehäuschen nur noch zehn. Für die Fremdenverkehrsgemeinde Greimerath könne dies "negative Folgen" haben. Zudem habe der Rat am 30. Juni 2016 beschlossen, dass auf dem Dorfplatz PKW-Stellplätze erhalten blieben. Die Parkplätze auszulagern, schaffe an der Haltestelle einen "Gefahrenpunkt".
"Wir laufen Gefahr, aus der Förderung zu fliegen", urteilte Leineweber. Zu prüfen sei auch, ob die geplante Toilettenanlage "überhaupt förderfähig" sei. Diese Probleme sollten geklärt werden, bevor man den Planer beauftrage.
Das Konzept sei "nicht schlüssig", kritisierte auch Herbert Martini (CDU). Er plädierte dafür, den geplanten Ausbau der Haupstraße vorzuziehen, weil dort "Möglichkeiten für zusätzliche Parkplätze" gegeben seien.
Alfred Michels (CDU) sagte, der Entwurf gefalle ihm grundsätzlich gut. Der Dorfplatz müsse aber auch "seine Funktionalität behalten, sonst nützt er uns am Ende nichts". Ortsbürgermeister Edmund Schmitt (FWG) hielt dagegen, der Architekt sei bereit, "über diese Dinge mit uns zu sprechen". Dafür müsse man ihn aber zunächst beauftragen. Was die Zahl der Parkplätze im Ort betreffe, könne man die Flächen an Kirche und Grundschule "sicher geltend machen".
Auf einem Mehrgenerationenplatz, auf dem Kinder spielen sollten, habe "Individualverkehr" seiner Meinung nach ohnehin "nichts zu suchen". Der Planer sehe aber "durchaus Möglichkeiten", noch weitere Parkplätze zu schaffen - "auch wenn es sicher keine 50 werden".
Die FWG-Fraktion habe auch über die Probleme diskutiert, betonte Sebastian Ottrembka. Deshalb sei mit dem Planer geklärt worden, dass Änderungen möglich seien. Wichtig sei nun, mit dem Projekt "voranzukommen". Die Beigeordnete Christel Martin (SPD) erklärte, die involvierten Fachleute der ADD hätten bislang "zu keinem Zeitpunkt" geäußert, "dass eine Förderung gefährdet sein könnte".
Verbandsbürgermeister Martin Alten riet den Ratsmitgliedern, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, "um das sich anbahnende Parkplatzproblem zu entschärfen". In den nächsten Jahren wolle die Gemeinde noch vieles umzusetzen. "Wünschenswert" wäre daher, dass "nicht schon beim ersten Projekt ein Riss im Rat" zu erkennen sei. In Kürze werde es einen Ortstermin mit ADD-Vertretern geben, bei dem auch Förderfragen geklärt werden könnten.
Der Rat beschloss bei sechs Gegenstimmen der CDU, das Freiburger Büro zu beauftragen - mit der Vorgabe, dass die Parkplatzplanung verbessert werden müsse.