Zufahrtstraße in die Sackgasse

Nachdem die Gemeinde Wincheringen im vergangenen Jahr beschlossen hatte, nahe der Bundesstraße 419 ein Gewerbegebiet zu erschließen, steht nun fest: das Vorhaben ist gescheitert. Grund sind die laut Ortsbürgermeister Leo Holbach "viel zu hohen" Kosten.

Wincheringen. Bis zu vier kleinere Betriebe hätten laut Leo Holbach auf dem rund 9000 Quadratmeter großen Gelände, in dessen Nähe sich ein Betriebsgebäude des Wasserschifffahrtsamts, eine Gaststätte und eine Kelterstation befinden, angesiedelt werden können. "Wir hatten bereits einen Interessenten, der in dem Gewerbegebiet einen Handwerksbetrieb errichten wollte", berichtet der Orts-Chef im TV-Gespräch.Rückblick: Nachdem die Idee zu dem Vorhaben bereits seit Monaten im Gespräch gewesen war, fasste der Gemeinderat im vergangenen Jahr den Beschluss, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet "Trieschberg" aufzustellen und ein Ingenieurbüro mit der Projektentwicklung zu beauftragen. In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Rat erneut mit dem Thema. Im Mittelpunkt standen vor allem die Kosten für die Erschließung. Dazu Leo Holbach: "Laut einer ersten Kostenschätzung hätte allein der Bau der Erschließungsstraßen einschließlich des Zufahrtswegs mit rund 450 000 Euro zu Buche geschlagen. Hinzu gekommen wären noch die Kosten für den Kanal und den Ankauf der erforderlichen Grundstücke." Einen Teil der notwendigen Flächen besitzt die Gemeinde bereits. "Unter dem Strich hätten wir mit Erschließungskosten von rund 900 000 Euro rechnen müssen", sagt Holbach. "Aufgeteilt auf die vier Grundstücke, die wir vorgesehen hatten, wären auf jeden Kaufinteressenten mehr als 200 000 Euro zugekommen. Das war definitiv zu viel." Grund für die vergleichsweise hohen Erschließungskosten sei vor allem die Zufahrt gewesen. "Um das Gelände erreichen zu können, hätten wir eine längere Zufahrtstraße bauen müssen, und die hätte das Gewerbegebiet drei- bis viermal so teuer gemacht, als die Erschließung eines Geländes mit vergleichbarer Größe normalerweise kostet", erklärt Holbach. Letztlich habe sich der Gemeinderat wegen des unerwartet hohen finanziellen Aufwands entschieden, den 2007 gefassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan aufzuheben. Anders ausgedrückt: Das Projekt "Gewerbegebiet Trieschberg" in Wincheringen ist gescheitert. Aufgeben will die Gemeinde allerdings noch nicht. Man müsse sich nun Gedanken über einen Alternativstandort für ein Gewerbegebiet machen. Holbach betont: "An der Bundesstraße 419 ist wahrscheinlich nichts mehr möglich."