Zukunft der alten Schule ungeklärt

Zukunft der alten Schule ungeklärt

Sie prägt das Bild des Ortes, sie steht leer und ihre Zukunft ist ungeklärt: Die Gemeinde Merzkirchen will die alte Portzer Schule verkaufen, nachdem eigene Pläne an den Kosten scheiterten. 90 000 Euro will sie mindestens dafür - und ein Konzept.

Merzkirchen-Portz. Die Katze im Sack ist nicht das Ding von Ortsbürgermeister Martin Lutz. Lange hat sich der Ortsgemeinderat Merzkirchen dazu durchgerungen, die alte Schule im Ortsteil Portz zu verkaufen. Aber, so Lutz: "Wir wollen vorher von den Interessenten ein Nutzungskonzept haben." Denn mache ein Käufer dann etwas anderes aus der Schule, als er vorher gesagt hat, könne er zur Rechenschaft gezogen werden.
90 000 Euro sind das Mindestgebot, das einem Interessenten die das Ortsbild prägende Großimmobilie wert sein sollte.
Dafür gibt es ein Haus aus dem Jahr 1952 mit 1650 Quadratmetern Nutzfläche, eine Lehrerwohnung mit 128 Quadratmetern auf einem Grundstück von 3855 Quadratmetern Größe, aus dem sogar noch zwei Baustellen hervorgehen könnten.
Ortsvorsteher Klaus Bauer hat in diesem Haus acht Jahre lang die Schulbank gedrückt. "Mein erster Lehrer hieß Weitzel. Der hat gerne noch richtig geprügelt. Das war damals so üblich", erinnert sich der heute 61-Jährige. 1958 kam der junge Lehrer Josef Wermter nach Portz. Eine Seele von Mensch, wie Bauer feststellt, einfühlsam, hilfsbereit und musikalisch begabt. Vor einem halben Jahr erst zog er aus der Lehrerwohnung und lebt seitdem bei seiner Tochter in Saarburg. "Wermter spielte mit uns Fußball, begleitete Gottesdienste mit seiner Geige und gründete eine Theatergruppe", beschreibt Ortsbürgermeister Martin Lutz die Bedeutung dieses Pädagogen für Portz und darüber hinaus.
Gerade wegen ihm verbinden noch viele Menschen gute Erinnerungen an die Schulzeit. "Deshalb wäre es schade, wenn das Schulhaus abgerissen würde", findet Lutz. Unterricht wird in Portz seit 1964 nicht mehr gehalten.
Zwischenzeitlich war ein Fitnessstudio eingezogen, der Musikverein Körrig probte hier, im Dachgeschoss traf sich die Dorfjugend, die später ihren eigenen Anbau bekam, aber auch diesen nicht mehr nutzt. Die Saarburger Künstlerin Cordue hat im Schulgebäude noch ihr Atelier. Nur sie macht noch etwas in diesem Haus, wird aber wohl nach dem Verkauf ihr Atelier räumen müssen.
Die Gemeinde hatte sich bereits ausgiebig mit einer längerfristigen Nutzung des Hauses beschäftigt. Planungen einer neuen Nutzung im Zuge der Dorfmoderation führten bislang nur zu sehr teuren Lösungen. "Umbaupläne hätten 400 000 Euro gekostet. So viel Geld haben wir nicht", sagt Lutz. Der Ortsbürgermeister könnte sich vorstellen, dass in der alten Schule neue Wohnungen entstehen oder dass eine Firma dort Fahrzeuge unterbringt und ihre Büros einrichtet.Extra

Ansprechpartner für den Verkauf ist die Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg, Paul Loch unter der Telefonnummer 06581/81-251 oder per E-Mail an: grunderwerb@vg-saarburg.de In Zimmer 51 der Verwaltung können Angebote mit Nutzungskonzept im verschlossenen Umschlag bis zum 15. Mai abgegeben werden. Termine für Besichtigungen können mit Martin Lutz unter Telefon 06581/95501 vereinbart werden. doth

Mehr von Volksfreund