Zum 16. Treffen des Lanzclubs werden an drei Tagen bis zu 600 Schlepper aus dem In- und Ausland erwartet.

Lanzclub : Gusenburg im Zeichen des Bulldogs

Zum 16. Treffen des Lanzclubs vom 6. bis 8. September werden bis zu 600 Schlepper aus dem In- und Ausland erwartet.

Die Garage am hauseigenen Anwesen, in der vor 31 Jahren der Lanzclub Gusenburg gründet wurde, nähme die Vielzahl der  Traktoren, Schlepper, Bulldogs, die der Hausherr mittlerweile sein eigen nennt, bei weitem nicht mehr auf: „13!“ antwortet Erhard Neumann auf unsere Frage, wie viele dieser landwirtschaftlichen Zug-, Fahr- und Arbeitsmaschinen er denn inzwischen besitze.

Nein, einen sogenannten Lieblings-Bulldog“ habe er nicht. Aber an allen müsse immer etwas getan, repariert, instandgesetzt, erhalten werden. Und da der mittlerweile 75-Jährige, den es einst aus dem pfälzischen Winnweiler  in den Hochwald verschlagen hat, sein Handwerk als Autoschlosser von der Pike auf gelernt hat, ist ihm das eigentlich mehr Lust als Last.

Dass er von übermorgen, Freitag, 18 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, wenn die kleine Hochwaldgemeinde zum 16. Mal im Zeichen des Internationalen Bulldog- und Schleppertreffens steht, auch selbst mit einem seiner fahrbaren Schützlinge vertreten ist, glaubt er nicht. „Ich würde den anderen da doch nur den Platz wegnehmen“, ist er sich sicher.

Und Platz wird dringend benötigt rund um den Ortsausgang in Richtung Hermeskeil. Denn, so Schriftführer Fabian Schleimer, „wir rechnen mit 500 bis 600 Traktoren und Schleppern, die zu uns kommen.“ Aus ganz Deutschland, aus Belgien, aus Luxemburg. Viele sogar auf der eigenen Achse.

Das Treffen in Gusenburg ist mittlerweile so eine Art Familienfest der Szene geworden. „Es geht zwar von Freitag bis Sonntag, aber die ersten Gäste kommen schon Mitte der Woche und bleiben auch danach noch ein paar Tage. „Die haben Baubuden hinten am Schlepper, das ist dann der Campingwagen“, erzählt Fabian Schleimer. Der 24-Jährige war in seiner Jugend „vom Schlepper-Bazillus infiziert“ und ging „eigentlich nur bei denen mal auf eine Versammlung, um mir das anzusehen. Die Mama hat noch gesagt: Pass auf, dass du kein Amt aufgedrückt bekommst. Als ich nach Hause kam, war ich Schriftführer.“

Erhard Neumann, der 1988 mit Karl Weber den Lanzclub gründete, sorgte in den ersten Jahren mit vielen Besuchen auf ähnlichen Treffen in der Region dafür, dass der Lanzclub Gusenburg zum Begriff wurde.

„Wir haben mittlerweile 85 Mitglieder, die sind über den ganzen Hochwald bis ins nördliche Saarland hinüber verstreut.“ Drei Jahre nach der Gründung 1988, nämlich 1991, wurde das erste Treffen in Gusenburg veranstaltet. Zuerst jährlich, später alle zwei Jahre. „Weil das jedes Jahr organisatorisch nicht mehr zu stemmen wäre“, sagen beide.

Ausrichter des Familientreffens von Deutz, Güldner, Eicher & Co ist zwar der Lanzclub, „eingespannt“ ist aber das ganze Dorf. „Da helfen alle, egal, welchem Verein sie angehören. So ist das eben im Dorf. Wenn was los ist, und Leute gebraucht werden, packen alle mit an“, betonen beide den Gemeinschaftscharakter von Fest und Verein.

Die dreitägige Veranstaltung steht unter dem Protektorat des Bundesverbands Historischer Landtechnik e. V.

Ein Großteil der Schlepper und Traktoren hat etliche Jahrzehnte auf dem Buckel. Für das Freitagabend-Programm ist der Verein Bäuerliche Kulturpflege zuständig, am Sonntag spielt der Musikverein zum Frühschoppenkonzert auf. Attraktionen wie eine Kranfahrt in über 60 Metern Höhe und aktives Baggerfahren sollen zusätzliche Besucher anlocken.

Über allem aber stehen als „Chef im Ring“ die Schlepper und deren Freunde. Und man muss auch nicht unbedingt, so wie Erhard Neumann, gleich 13 Stück davon besitzen, um dabei sein zu dürfen.

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