Zum Glück rechtzeitig entdeckt

TAWERN. Am Montag gegen 20 Uhr konnten die Männer der Feuerwehrzüge Tawern, Konz, Könen und Wiltingen die Schläuche wieder einrollen. Der Waldbrand war gelöscht und die Schäden halten sich in Grenzen. Es hätte allerdings auch anders kommen können.

"Passen Sie mit Ihren Sonntagsschuhen auf", sagte ein Feuerwehrmann mit einer Mischung aus Fürsorge und Selbstbewusstsein zum Reporter. Der versuchte gerade, von der Tawerner Kirche aus den Brandherd im oberhalb gelegenen Waldstück zu erreichen. Was allerdings nicht ganz einfach war. Nach rund 100 Metern Wirtschaftsweg führte eine Art Trampelpfad rund 70 Höhenmeter aufwärts, bis sich im hellen Rauch die ersten Konturen löschender Feuerwehrleute abzeichneten. Nicht nur Geschick, sondern auch Kraft

Der Brand in Tawern verlangte nicht nur Geschick und Können, sondern auch einigen Kraftaufwand für die Wehrmänner und -frauen, die schwitzend, teils außer Atem und Schläuche schleppend den steilen Hang hinauf zur Brandstelle kraxeln mussten. Unten, an der Pfarrkirche des Orts und etliche hundert Wegemeter entfernt vom Brandherd hatten sich die vier Lösch- und vier Gerätewagen der Wehren aus Tawern, Konz, Könen und Wiltingen postiert. Einsatzleiter Werner Jakobs: "Mit der Wasserkanone zu löschen, war natürlich nicht möglich." Also blieb es beim uralten Löschprinzip mit Schläuchen. Auch ohne diese logistischen Schwierigkeiten hatten die Brandbekämpfer mit einigen Tücken zu kämpfen. Jakobs: "Wir mussten uns gegen das Feuer aufstellen - also mit dem Gesicht zur Windrichtung. Sonst läuft man den Flammen immer nur hinterher." Und gegen das Feuer löschen bedeutete in diesem Fall: Noch weiter den Berg herauf, an den Flammen seitlich vorbei und dann von oben löschen.Es brannte schon lichterloh

Gegen 17.30 Uhr hatte der Tawerner Wehrführer Herbert Brosius bei der Gartenarbeit die ersten Rauchschwaden entdeckt und sofort Alarm geschlagen. "Als die Tawerner Feuerwehr anrückte, brannte es überall schon lichterloh", sagt Werner Jakobs. Das Wasser dahin zu bringen, wo es gebraucht wurde, erwies sich als Problem. Die Feuerwehr in Konz wurde alarmiert, danach noch die Wehren in Könen und Wiltingen, und alle Züge brachten Schläuche und Verteiler mit. Über zwei Leitungen wurde das Wasser herangeholt, aus der öffentlichen Wasserversorgung und aus dem nahe liegenden Bach. An die 1000 Meter Schlauch mussten verlegt werden, damit oben im Waldstück das Feuer wirksam bekämpft werden konnte. Am Brandherd und an vier Spritzen standen 16 Mann, die immer wieder ausgetauscht wurden - nicht nur wegen der anstrengenden Arbeit, sondern auch, weil Hitze und Qualm auf Dauer die Gesundheit gefährden. 75 Wehrleute waren im Einsatz. Gegen 20 Uhr konnten die Schläuche schließlich eingeholt werden. 3000 Quadratmeter verkohltes Laub und außen schwarz gebrannte Bäume bleiben zurück. Menschen kamen nicht zu Schaden, und der materielle Verlust für die Holzwirtschaft dürfte sich in Grenzen halten. Allgemeines Fazit: Es ist noch einmal gut gegangen - dank eines aufmerksamen Feuerwehrmanns und aufgrund der Tatsache, dass oberhalb der Kirche kein leicht entzündlicher Tannenwald steht.Brandursache bisher noch nicht geklärt

Das Unglück hätte freilich auch anders ausgehen können. Werner Jakobs: "Hätte man den Brand nur eine halbe Stunde später entdeckt , dann wäre er ungleich größer gewesen." Die Brandursache wurde bislang nicht geklärt. Nach Mitteilung der Polizei-Inspektion Saarburg ist zu vermuten, dass spielende Kinder in dem Waldstück das Feuer verursacht haben. Weitere Ermittlungen laufen. In der Nähe der Brandstelle war schon vor einem Jahr ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei appelliert an alle Eltern, ihre Kinder über die Brandgefahren im Wald aufzuklären.