Zum Stadtjubiläum 2020 kehren die Mülltonnen-Piloten zurück nach Hermeskeil

Kostenpflichtiger Inhalt: 50 Jahre Stadt Hermeskeil : Zum Stadtjubiläum 2020 kehren die Mülltonnen-Piloten zurück nach Hermeskeil

In Hermeskeil wird im nächsten Jahr groß gefeiert. Denn dann sind 50 Jahre seit der Verleihung der Stadtrechte vergangen. Für ein über den Hochwald hinaus bekanntes Rennspektakel gibt es deshalb ein Comeback.

Eine große Geburtstagsparty steht in Hermeskeil vor der Tür. Die Verleihung der Stadtrechte ist am 4. Juli 2020 genau 50 Jahre her. Gefeiert werden soll aber von Januar bis Dezember – mit vielen Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt. Für die Planung wurde ein neuer Beirat ins Leben gerufen. Laut Stadtbürgermeisterin Lena Weber (SPD) arbeitet dieser „sehr fleißig, die Ideen sprudeln“. Vieles sei zwar noch nicht spruchreif, einiges aber schon fix, erklärte die Stadtchefin am Dienstagabend im städtischen Ausschuss für gesellschaftliches Leben.

Mülltonnen Der Verein Yes Angels will seine Mülltonnen-WM neu aufleben lassen. Dabei legen sich die Teilnehmer bäuchlings auf eine Restmülltonne und rasen damit einen Berg hinab. 2005 erfand der Hermeskeiler Verein den im wahrsten Sinne des Wortes „abgefahrenen“ Wettbewerb, bei dem schnell auch internationale Starter mitmachten. Bei der bisher letzten Auflage 2015 ging zum Beispiel ein bekannter Fernsehmoderator aus Japan mit auf die Schussfahrt. Den Hermeskeilern bescherte das bundesweit einmalige Spektakel im Schnitt 5000 Zuschauer, viel mediale Aufmerksamkeit und Fernsehauftritte wie etwa im ZDF-Fernsehgarten.

„2015 haben wir Schluss gemacht, weil es uns zu viel wurde“, sagte der Yes-Angels-Vorsitzende Christoph König. Für das Stadtjubiläum wolle der Verein die Sache aber noch einmal anpacken, erklärte er dem Ausschuss. Es gebe schon Kontakt zu den in Hermeskeil gekürten Weltmeistern, um diese für eine erneute Teilnahme zu begeistern. Einige Sponsoren seien bereits gefunden, das Datum stehe schon fest: Samstag, 22. August 2020. Als Rennstrecke werde wieder die 350 Meter lange Straße vom Schulzentrum zum Sägewerk dienen. Laut König wird es neben dem Hauptrennen (Einzel- und Teamwertung) erneut ein „Fun-Rennen“ geben. Dabei gehen besonders kreativ aus Mülltonnen gestaltete Gefährte an den Start und werden prämiert. „Da kann jeder mitmachen, besonders Vereine und Firmen laden wir ein“, warb der Yes-Angels-Chef.

Weitere Ideen Laut Stadtchefin wurden alle Hermeskeiler Vereine mit der Bitte angeschrieben, eine Aktion oder Veranstaltung zum Jubiläumsjahr beizusteuern. Viele seien dazu bereit. Der Karnevalsverein Ruck-Zuck plane etwas, der Turnverein TVH organisiere für den 13. September einen Lauf auf dem Innenstadt-Ring unter dem Motto „Ring of Feier“. Der Kulturgeschichtliche Verein Hochwald arbeite an einer Stadtchronik. Im Januar werde die Stadt ausnahmsweise allein den Neujahrsempfang ausrichten. „Die Vereine sollen sich aber in einer Ausstellung präsentieren“, informierte Weber.

Statt des für solche Anlässe üblichen „Festakts mit 20 Grußworten“ schwebe ihr als zentrales „Event“ eine Stadtgala in der Hochwaldhalle vor – mit Livemusik, Catering und etwas höherem Eintritt. „Das wäre ein eleganter Rahmen.“ Geplanter Termin: der Freitag vor Stadtfest-Beginn. Für das Volksfest im Juli gibt es eine erste Programmidee: Der „Tag der Garnison“, der in der früheren Garnisonsstadt lange Tradition hatte, soll in Kooperation mit der im saarländischen Lebach stationierten Bundeswehr reaktiviert werden. Angesichts des Stadtjubiläums sprach sich der Ausschuss zudem dafür aus, die Namensänderung von 2015 – Stadtfest zu Stadtwoche – zurückzunehmen (siehe Info).

Budget Noch offen ist, wie die Jubiläumsveranstaltungen finanziert werden sollen. Die Stadt kalkuliere bislang mit einem 20 000-Euro-Budget, sagte Weber. „Damit werden wir aber nicht hinkommen.“ Dennoch sollte sich die Stadt überlegen, „ob und wie wir den Vereinen etwas unter die Arme greifen können“. 2020 werde in finanzieller Hinsicht „eine Ausnahmesituation“ für Hermeskeil, stellte Weber fest. Das müsse man der Kommunalaufsicht, die kritisch auf die Finanzen schaue, frühzeitig signalisieren. Statt eines pauschalen Zuschusses an die Vereine, den der Ausschuss für problematisch hielt, wäre laut Stadtchefin denkbar, dass die Stadt das Marketing für alle Veranstaltungen übernimmt. Weber bat die Fraktionen, über das Thema zu beraten, um im Stadtrat darüber entscheiden zu können.

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