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Zusätzliche Raumlüfter für Grundschulen rund um Konz in Betrieb

Kampf gegen Corona : Lüfter in Klassenräumen rund um Konz in Betrieb

Stadt und Verbandsgemeinde Konz haben für alle Grundschulen zusätzliche Luftreinigungsgeräte angeschafft. Nun ergänzen sie das Stoß- und Querlüften.

Die Konzer Kommunalpolitik hat im Februar eine „unbürokratische Entscheidung“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie getroffen. Und inzwischen sind alle Klassenzimmer in den Grundschulen der Stadt und der Verbandsgemeinde Konz mit Lüftungsgeräten ausgestattet. Verwaltungssprecher Michael Naunheim erklärt: „Die Raumlüfter wurden bereits an die Schulen geliefert und auch in Betrieb genommen. Eine große Installation war hier nicht notwendig und konnte vor Ort selbst ausgeführt werden.“ Die Schulleitungen der Grundschulen St. Marien in Nittel und St. Johann in Konz bestätigen zum Beispiel auf TV-Anfrage, dass die Geräte arbeiteten.

Die Haupt- und Finanzausschüsse der Stadt sowie der Verbandsgemeinde Konz hatten im Februar die Anschaffung von insgesamt 69 Geräten beschlossen. 34 davon gingen an die VG-eigenen Grundschulen in Nittel, Pellingen, Tawern, Wasserliesch sowie Wiltingen, 35 an die Grundschulen in Könen und Oberemmel sowie St. Nikolaus und St. Johann in Konz. Stadt und VG haben dazu jeweils etwa 21 000 Euro investiert (der TV berichtete).

Zuschüsse aus dem Förderprogramm des Landes für Lüftungsgeräte erwartet die Konzer Verwaltung nicht, weil alle Klassenräume auch gelüftet werden können. Die Geräte, so betonen es sowohl die Schulen als auch Kommunalpolitiker und Verwaltung, seien als Ergänzung gedacht. Sie ersetzten das Lüften der Klassenräume nicht.

Die Lüfter, so hat es die Konzer Verwaltung dargestellt, können etwa 500 Kubikmeter Luft in der Stunde umwälzen und von Aerosolen befreien. Das entspricht nicht dem Volumen, das zum Beispiel in einem durchschnittlichen 80 Quadratmeter großen Klassenzimmer umgewälzt werden müsste, um den Raum virenfrei zu halten – da müsste etwa die zweieinhalbfache Menge Luft gereinigt werden. Das zusätzliche Lüften ist deshalb angesichts der Corona-Pandemie zwingend.

Aber: Selbst die großen Geräte für 5000 bis 6000 Euro, die auch vom Land gefördert werden in Räumen ohne ausreichende Lüftungsmöglichkeit, seien kein Ersatz fürs Lüften, hatte der Konzer Bürgermeister Joachim Weber betont. Die Verwaltung beruft sich bei ihrer Argumentation auf Erkenntnisse des Robert-Koch-Instituts und des Umweltbundesamts, die ebenfalls eine ergänzende Funktion von Lüftungsgeräten ausmachen. Das Umweltbundesamt hält es zum Beispiel aus „gesundheitlichen und Nachhaltigkeitsgründen“ für sinnvoll, perspektivisch alle dicht belegten Räume in Schulen oder ähnlichen Einrichtungen mit raumlufttechnischen Anlagen auszurüsten oder nachzurüsten. Solche Anlagen beseitigten die Vielzahl hygienischer Probleme in dicht belegten Innenräumen, argumentiert das Amt.

Die Verbandsgemeinde und die Stadt Konz sind in Trier/Trier-Saarburg die einzigen Schulträger, die eigenständig außerhalb der Landesförderung kleinere Raumlüfter angeschafft haben und damit die bestehenden Lüftungskonzepte ergänzen. Die anderen Schulträger setzen weiter auf Stoß- und Querlüften oder auf die größeren, geförderten Lüfter in Räumen, in denen dieses Lüften nicht möglich ist. Das ergab eine entsprechende TV-Umfrage unter den Schulträgern im Februar.