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Kommunalpolitik: Zustimmung für Kunstrasen und eine Hallendebatte

Kommunalpolitik : Zustimmung für Kunstrasen und eine Hallendebatte

Der Hermeskeiler Stadtrat hat sich am Dienstagabend unter anderem mit der Hochwaldhalle und einem seit längerer Zeit herbeigesehnten Projekt des Landkreises befasst.

Der Landkreis Trier-Saarburg treibt seine Pläne zur Umgestaltung des Tennenplatzes am Hermeskeiler Schulzentrum in ein Kunstrasenfeld voran. Der Stadtrat hat am Dienstagabend seine Zustimmung zu einer Bauvoranfrage des Kreises signalisiert. Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU) betonte, dass dieses Projekt „oberste Priorität“ habe, auch wenn es zeitlich nicht mehr zu schaffen sei, 2019 mit dem Bau zu beginnen. Der Kreisausschuss hat deshalb am Montag beschlossen, für das nächste Jahr den geplanten Naturrasenplatz in Serrig (Verbandsgemeinde Saarburg) bei der Beantragung von Landesfördermitteln vorzuziehen (TV von gestern).

Der Kreis werde am Labachweg eine Anlage schaffen ähnlich der, die 2017 am Gymnasium eingeweiht wurde, sagte Queck. Neben dem Kunstrasen sei eine Tartanbahn geplant. Ein neues Lärmgutachten bestätige, dass neben Schulsport auch eine Vereinsnutzung „in gewissem Maße“ möglich sei. So könnten beispielsweise an 18 Tagen im Jahr nach 15 Uhr Fußball-Punktspiele mit bis zu 350 Zuschauern stattfinden.

René Treitz und Paul Gemmel (SPD) merkten an, dass derzeit anständige Umkleiden und Duschen fehlten. Diese gehörten aber zu einem Sportplatz dazu. Die Stadt müsse sich darüber Gedanken machen und mit dem Kreis sprechen. Der Stadtchef sieht zwar „Handlungsbedarf, aber in einem zweiten Schritt“. Zunächst sei wichtig, dass der Kunstrasenplatz geplant werde. Im Laufe dieser Planungen ergebe sich sicher eine Chance, auch die sanitären Anlagen zu sanieren.

Bei der Verabschiedung einer neuen Nutzungs- und Gebührenordnung für die Hochwaldhalle kam eine Diskussion auf. Die Stadt ist erst seit Anfang des Jahres Eigentümerin der Halle, die zuvor der Verbandsgemeinde gehörte. Joachim Trösch (Bürger für Bürger) stellte fest, dass der Stadt finanzielle Verluste in Höhe von um die 50 000 Euro jährlich durch die Unterhaltung der Halle drohten. Bei den Gebühren müsse man daher „möglichst kostendeckend kalkulieren“. Ein Beispiel, wie alle dort gebotenen Leistungen einbezogen werden könnten, liefere die Satzung zur Baldenauhalle in Morbach, deren Lektüre Trösch dem Rat empfahl. Der Stadtchef betonte, man habe sich für eine „moderate Anpassung der Preise“ auf 450 Euro pro Veranstaltungstag für Private und 225 Euro für Vereine entschieden. Die Hochwaldhalle habe schließlich auch eine „moderate Komponente“, deshalb sollten die Gebühren nicht zu hoch sein. Einig war sich der Rat darin, dass über eine bessere Vermarktung gesprochen werden müsse. Dies soll in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses geschehen.

Eine längere Diskussion löste die Besetzung des Beirats für Medien und Kommunikation aus. Stadtchef und CDU wollten diesen Beirat, der bislang noch nie getagt hat, nutzen, um eine Jubiläumsfeier 2020 vorzubereiten. 50 Jahre zuvor, im Jahr 1970, wurde Hermeskeil zur Stadt erhoben. SPD und FWG bestanden darauf, ein Gremium eigens für diese Planung zu gründen. Der Medienbeirat habe genug andere Themen, mit denen er sich befassen könne und müsse. Der neue Beirat soll in einer der nächsten Ratssitzungen berufen werden.

Beschlossen wurde eine Vereinbarung mit der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf, die 23 neue Schutzhütten für Wanderer entlang des Saar-Hunsrück-Steigs aufstellen will. Zwei dieser Unterstände sind bei Hermeskeil geplant, im Bereich „Perdsboar“ in der Nähe des ehemaligen Waldspielplatzes und am Forstelbach. Die Hütten werden über EU-Mittel der LAG finanziert, die Stadt wird sich künftig um die Unterhaltung kümmern. Beauftragt wurde zudem die Firma Innogy, die für rund 196 000 Euro 485 der insgesamt 1052 Straßenlaternen in Hermeskeil auf energiesparende LED-Technik umrüsten wird. Dies bedeutet eine jährliche Ersparnis bei den Stromkosten in Höhe von 32 000 Euro.