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Zwei Gitarrenvirtuosen im ehemaligen Gotteshaus

Zwei Gitarrenvirtuosen im ehemaligen Gotteshaus

Die beiden Gitarristen aus Trier haben die Titel ihrer dritten CD "Chapeau" nicht nur in einer Matinee gespielt, sie wurde auch 2012 in der Synagoge in Wawern aufgenommen. Die Zuhörer empfanden das Konzert von Stephan Völpel und Johnny Weber als sehr entspannend.

Wawern. "Chapeau", so sagt der gebildete Mensch, wenn er seine Hochachtung über die Leistung eines Zeitgenossen zum Ausdruck bringen will. Chapeau heißt auch die neue CD von Groove Improve aus Trier. Das Gitarren-Duo besteht aus Stephan Völpel und Johnny Weber. Vor zwei Jahren wurde die CD in der ehemaligen Synagoge Wawern aufgenommen. Und genau am gleichen Ort spielen die Musiker diese Musik wieder, ein sehr authentischer Musikgenuss. "Hier klingen Stahlsaiten gegen Nylon", erklärt Völpel (48). Gemixt sei auch der Musikstil aus Pop, Klassik, Jazz-, Blues- und Folkeinflüssen, so der Krankenpfleger.
"Auf Chapeau haben wir neun eigene Stücke und eins von Django Reinhardt", ergänzt Johnny Weber (57), der Musikpädagoge ist. Beide spielen seit 1998 zusammen und kommen aus musikalischen Familien.
Die beiden Gitarristen sind im Gespräch mit dem TV völlig locker. Nicht die Spur von Lampenfieber ist ihnen vor dem Konzert anzumerken, das vom Förderverein Gedenken und Gestalten in Wawern organisiert wurde. "Morning Flowers" erklang als Eröffnung der Matinee, eine Art akustischer Sonnenaufgang. "Serge" beschreibt einen Freund aus Südfrankreich: ein offenbar sehr lebhafter und lebensfroher Mensch, wenn man der Komposition Glauben schenkt. Wieder anders klingt "African Roots", ein Stück, bei dem sich die beiden Gitarristen von afrikanischer Musik beeinflussen ließen.
Noten brauchen Völpel und Weber für ihr virtuoses Spiel nicht. Die Musik kommt aus dem Kopf direkt in die Finger. Nur ein Zettel mit der geplanten Reihenfolge der Titel liegt auf dem Boden. Manche Zuhörer schließen die Augen bei langsamen und leisen Stücken - und genießen. Bei lebhafteren Rhythmen zuckt es schon mal in den Füßen.
"Diese Musik ist so entspannend und dabei sehr professionell gespielt", findet Jutta Köhler aus Wawern. Gerd Kitzinger aus Konz sagt: "Gut, dass dieses ehemalige Gotteshaus für Kunst und Kultur genutzt wird, gerade vor dem dunklen Hintergrund deutscher Vergangenheit." doth
Extra

Die CDs von Groove Im prove sind per Direktvertrieb im Internet auf www.groove-improve.de und www.jazz-club-trier.de zu bestellen oder können in Trier im Musikhaus Kessler in der Dietrichstraße und bei den Bagel-Sisters am Pferdemarkt gekauft werden. doth