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Zwei Rückblicke beschäftigen Keller Rat

Zwei Rückblicke beschäftigen Keller Rat

Im Keller Verbandsgemeinderat ist es guter Brauch, dass die Tourismus-Chefin und der Jugendpfleger einmal im Jahr einen Bericht über ihre Aktivitäten ablegen. Die Reaktionen des Gremiums auf die von Walburga Meyer und Michael Binder vorgestellten Rückblicke 2010 fielen jedoch unterschiedlich aus

Kell am See. Schon seit langer Zeit ist bekannt, dass das Urteil über die Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See im Jahr 2010 aus statistischer Sicht negativ ausfällt. 38 398 Gäste haben in der VG ihren Urlaub verbracht. Insgesamt wurden 200 351 Übernachtungen gezählt. Gegenüber 2009 sind die Gästezahlen um 12,2 Prozent zurückgegangen. Bei den Übernachtungen liegt das Minus bei 10,1 Prozent (der TV berichtete). Walburga Meyer, die Leiterin der Tourist-Info, machte in der jüngsten Sitzung des VG-Rats eins jedoch ganz deutlich: "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass wir auf dem absteigenden Ast sind. Die Zahlen entsprechen nicht der tatsächlichen Stimmungslage, und es gibt für die Rückgänge auch eine plausible Erklärung." Der mit Abstand wichtigste Tourismusbetrieb in der VG - das Landal-Fereindorf am Keller Stausee - spielt bei dieser Aussage die entscheidende Rolle. Dort laufen nach wie vor die insgesamt circa drei Millionen Euro teuren Modernisierungsarbeiten. Die niederländischen Parkbetreiber haben 40 ältere Häuser abreißen lassen, um sie durch Neubauten und Mobilheime zu ersetzen. Deswegen wurden schon mit dem Beginn des letzten Quartals 2010 diese 40 alten Unterkünfte sowie die Ferienhäuser in der Nähe der Baustelle nicht mehr vermietet. Diese Ausfälle schlagen sich auf die komplette VG-Bilanz nieder und erklären das Minus in entscheidendem Maße, so Meyer.
Eine wichtige Rolle im Fremdenverkehr der VG sollen weiterhin Radfahrer und Wanderer spielen. "In unserer Region wurde dafür eine Infrastruktur geschaffen, die bundesweit konkurrenzfähig ist", sagte Meyer und meinte damit den Ruwer-Hochwald-Radweg und den Saar-Hunsrück-Steig mit seinen Traumschleifen. Reservierter fielen die Reaktionen des VG-Rats auf den Tätigkeitsbericht von Jugendpfleger Michael Binder aus. Er nannte die Einführung des Jugendrates der VG Kell als wichtigste Neuerung. Etwas enttäuschend ist aus Sicht der erwachsenen Politiker im Keller VG-Gremium die erste Aktivität des neuen Jugendrats gelaufen. Dessen Umfrage, was sich die jungen Leute in der VG wünschen, haben nur circa zehn Prozent der insgesamt rund 900 angeschriebenen Kinder und Jugendlichen beantwortet. Binder, der sich seit fünf Jahren mit einer Dreiviertelstelle um die Jugendarbeit in der VG kümmert, wies auf weitere Aktivitäten wie zum Beispiel den VG-Ferienspaß oder die Kinderkulturtage hin, die 2010 mit Kooperationspartnern veranstaltet wurden. Kritik kam von Kells Ortsbürgermeister Markus Lehnen (CDU). Aus seiner Sicht habe Binder bisher die Probleme im Jugendraum der Ortsgemeinde nicht in den Griff bekommen.
Der Jugendpfleger sah das anders und bekam dabei unerwartete Schützenhilfe von Klaus Marx. Der CDU-Fraktionssprecher im VG-Rat wohnt in Kell gegenüber vom Jugendraum. "Als Nachbar kann ich sagen, dass die Situation besser geworden ist", so Marx. ax