Zwei Wege in die Zukunft

Wer füllt die Stelle des alten Moderators der Stadtgespräche aus? Diese Frage beschäftigte mehrere Projektgruppen bei ihren ersten Treffen nach dem Ausscheiden von Thomas Lepping. Die Gruppen folgen den unterschiedlichen Vorschlägen ihrer Sprecher (der TV berichtete).

Konz. (api) Die Konzer Stadtgespräche sorgen weiter für Gesprächsstoff. Inzwischen haben sich zwei Projektgruppen getroffen, um zu beraten, wie es nach dem Ausscheiden von Moderator Thomas Lepping (der TV berichtete) mit den Stadtgesprächen weitergehen soll. Die Projektgruppe "Marke Konz" hat einen offenen Brief an den Bürgermeister und die Stadtverordneten geschrieben. Für sie steht fest: "Extern moderierte und motivierte Stadtgespräche sind für Konz nach wie vor der richtige Ansatz." Solche Felder wie die Erarbeitung einer Wirtschafts- und Dienstleistungs-Konzeption für die Stadt, die Schaffung von Beratungsangeboten für Immobilienbesitzer zur Sanierung und Renovierung ihrer Gewerbeflächen, die Entwicklung von Ansätzen für ein Leerstands-Management seien bis heute in den Projektgruppen nicht umgesetzt worden. An diesen Stellen sei ein externes Know-how zwingend notwendig, aber auch eine aktive Unterstützung durch einen fachlich versierten Wirtschaftsförderer unerlässlich. "Der Stadtrat könnte in den kommenden Monaten hierfür Lösungsansätze entwickeln, die nach der Wahl bzw. nach der Sommerpause in Angriff genommen werden könnten." Und als mittelfristige Idee stellen sie die Entwicklung eines Standort-Entwicklungsprogramms "Konz 2020" zur Diskussion.

"Nicht politisch, sondern rein sachlich"



Eine ganz andere Strategie verfolgt die Projektgruppe "Einzelhandel/Wirtschaft". Zwar sei es eine "unumstrittene Leistung Leppings" gewesen, viele ehrenamtlich Engagierte zu mobilisieren, allerdings sei seine Verhaltensweise einer der Faktoren gewesen, der zum Rückgang des anfangs großen Engagements geführt habe, sagt Gruppen-Sprecher Christian Hauer. Um die abgesprungenen Engagierten wieder ins Boot zu holen, plädiert er dafür, dass der Bürgermeister die Funktion des Moderators einnehmen soll (der TV berichtete). Dabei handele es sich nicht - wie vom Bürgermeister vermutet - um eine politische Strategie, "das ist eine rein sachliche Forderung", betont Hauer. Wer sonst habe soviel Gewicht, soviel Richtlinienkompetenz und kenne sich so gut in Konz aus? Die Verzahnung der Stadtgespräche mit dem Stadtmarketing-Verein müsse vorangetrieben werden. Und da sehen Hauer und seine Gruppe Bürgermeister Frieden als koordinierende Hand.

Auch die SPD-Stadtratsfraktion betont, dass es ihr bei dem Vorschlag, den Bürgermeister zum Moderator zu küren, nicht um einen personenorientierten Wahlkampf gehe. "Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die SPD im bevorstehenden Wahlkampf keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellt, ist dieser Befürchtung die Grundlage entzogen", teilt Alfons Maximini in einer Pressemitteilung mit.