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Zwei weitere Bewohner und zwei Mitarbeiter im Seniorenzentrum Kell mit Coronavirus infiziert

Neue Testergebnisse liegen vor : Zwei weitere Bewohner und zwei Mitarbeiter im Seniorenzentrum Kell mit Coronavirus infiziert (Update/Video)

Im Seniorenzentrum in Kell am See sind nach neuesten Testergebnissen acht Bewohner und zwei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Die gute Nachricht ist, dass offenbar nur einer der beiden Wohnbereiche betroffen ist.

Die Testergebnisse belegen, was man im Seniorenzentrum in Kell am See wohl schon geahnt hatte: Es gibt weitere Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger in der Einrichtung. Neben zwei weiteren Bewohnern seien auch zwei Mitarbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, teilt der Leiter des Seniorenzentrums, Michael Pauken, am Donnerstagmittag mit.

Damit gibt es nun insgesamt zehn bestätigte Infektionsfälle in der Pflegeeinrichtung, deren Träger der rheinland-pfälzische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist. Am 15. April hatte das DRK fünf Covid-19-Erkrankungen bei Bewohnern bestätigt. Am Dienstag war ein weiteres positives Testergebnis hinzugekommen (der TV berichtete). An diesem Tag seien alle Bewohner des Wohnbereichs 1 auf Eigeninitiative des DRK auf das Virus getestet worden, teilt Pauken mit. Am Mittwoch habe dann ein Team des DRK-Kreisverbands Kaiserslautern-Stadt Abstriche bei allen Bewohnern des Wohnbereichs 2 und allen 70 Mitarbeitern vorgenommen. Inzwischen liegen laut dem Seniorenzentrums-Leiter die Laborergebnisse vor. Demnach haben sich zwei weitere Bewohner mit dem Virus infiziert und zwei Mitarbeiter aus dem Wohnbereich 1. Die Tests der Bewohner und Mitarbeiter aus dem Wohnbereich 2 seien allesamt negativ ausgefallen.

Mehrere Bewohner und Mitarbeiter im Seniorenzentrum Kell mit Coronavirus infiziert

Die beiden Wohnbereiche sind laut Pauken komplett voneinander abgetrennt. Die Mitarbeiter würden jeweils nur in einem der beiden Wohnbereiche eingesetzt, so dass dort immer dieselben Kräfte arbeiteten.

Vier der infizierten Bewohner sind laut Pauken isoliert im DRK-Seniorenzentrum in Kell untergebracht. Zwei von ihnen seien zwischenzeitlich im Krankenhaus gewesen, aufgrund eines milden Krankheitsverlaufs aber inzwischen zurück in Kell. „Es geht ihnen wie auch den beiden anderen isoliert untergebrachten Senioren gut“, sagt Pauken. Die infizierten Bewohner befänden sich isoliert in einem separaten abgeschlossenen Bereich des Hauses. Die Mitarbeiter versorgten sie ausschließlich in kompletter Schutzkleidung inklusive Masken und Handschuhe und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in Trier.

Die anderen vier infizierten Bewohner würden derzeit im Corona-Gemeinschaftskrankenhaus in Trier behandelt. Man habe sie dorthin verlegen lassen, weil sie grippeähnliche Symptome zeigten, die dort medizinisch intensiver behandelt werden könnten. Die beiden positiv getesteten Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Quarantäne.

Zum möglichen Zeitpunkt der Ansteckung teilt der Einrichtungsleiter mit: „Die beiden Testungen in dieser Woche zeigen deutlich, dass eine Infizierung vor oder an Ostern stattgefunden haben muss.“ Das Labor in Kaiserslautern weise darauf hin, dass der Erreger sieben Tage nach der Ansteckung nachweisbar sei. Wie das Virus in die Einrichtung gekommen sei, sei nach wie vor völlig unklar, sagt Pauken. Schon lange vor Ostern habe die Einrichtung beschlossen, dass außer dem Personal von außen niemand mehr ins Haus komme.

Seit Ostermontag tragen laut Pauken alle Mitarbeiter Schutzmasken des Standards FFP2. Damit sei nun ein erhöhter Schutz gewährleistet. Insgesamt sei ausreichend Schutzmaterial für die Pflegekräfte in der Einrichtung vorhanden. Seinen Mitarbeitern spricht Pauken ein großes Lob aus: „Ich bin sehr stolz auf meine Truppe. Sie machen unter den gegebenen Umständen einen ganz tollen Job.“

In der kommenden Woche seien weitere Testungen geplant. Pauken hofft, dass diese dann nicht mehr auf Eigeniniative des DRK erfolgen, sondern von den zuständigen Behörden veranlasst werden. Die Tests empfinde er als „enorm wichtig“, sagt der Einrichtungsleiter. „Nur weil wir so umfangreich getestet haben, wissen wir jetzt, woran wir sind und wie wir reagieren müssen.“