Zweite Halbzeit auf der B419 läuft - Anwohner und Autofahrer genervt von Vollsperrung

Zweite Halbzeit auf der B419 läuft - Anwohner und Autofahrer genervt von Vollsperrung

Ein Monat Vollsperrung ist vorbei, und die Sanierung der B419 an der Obermosel verläuft nach Plan. Pendler und Anwohner an der Umleitungsstrecke sind genervt wegen der Vollsperrung. In Temmels, Tawern und Könen (Kreis Trier-Saarburg) ist aber weniger los, als Experten zunächst erwartet hatten.

Tausende Autofahrer müssen seit Mitte Juni einen großen Umweg fahren, weil die B419 saniert wird. Die wichtigste Pendlerstrecke an der Obermosel ist seit vier Wochen voll gesperrt. Hunderte Anwohner der Umleitungsstrecke in Tawern und Könen müssen seitdem mit dem zusätzlichen Verkehr vor ihrer Haustür klarkommen. Im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr ist besonders viel los.

Der Tawerner Ortsbürgermeister Thomas Müller meint dazu: "Es gibt mehr Verkehr - vor allem Lastwagen." Allerdings habe eine Zählung ergeben, dass es nicht so viel mehr ist, wie Experten zunächst prognostiziert hatten. Statt der erwarteten 10.000 Fahrzeuge rollen pro Fahrtrichtung an einem Wochentag 6000 über die L136 in Tawern. "Das ist ‚nur' doppelt so viel wie vorher", sagt Müller. Er ist froh, dass sich die Anwohner an das Parkverbot an der Hauptstraße halten. So sei ausreichend Platz für die zusätzlichen Autos und Laster.

Zurzeit sieht es so aus, als müssten die Anwohner und Pendler bis Ende Juli mit der Situation klarkommen. Zur Halbzeit des Bauprojekts - acht Wochen waren insgesamt vorgesehen - verläuft alles nach Plan. "Wir sind noch in unserem vorgesehenen Zeitfenster", sagt Peter Braun vom Landesbetrieb Mobilität. Aus Sicht der Behörde gibt es auf der Umleitungsstrecke keine größeren Störungen.

Die Autofahrer und Anwohner sehen das nicht ganz so gelassen. Vor allem in den ersten Wochen der Sperrung ließen viele ihren Frust im sozialen Netzwerk Facebook ab. Dort gab es Klagen über Staus in Könen und am Tawerner Ortseingang. Aus Sicht der Anwohner der Umleitungsstrecke ist es in den Hauptverkehrszeiten ein Problem, aus der eigenen Einfahrt herauszukommen.

Anregung von Anwohnern

Eine Anregung gibt es aus einer dieser Facebook-Debatten. Der LBM möge die Vorfahrt im Kreuzungsbereich der L136/B419 ändern. Dann hätten die Fahrer, die aus Richtung Tawern kommen, Vorfahrt vor denen aus Richtung Oberbillig. Das lehnt der LBM auf TV-Anfrage ab. "Erfahrungsgemäß führt die Umgewöhnungsphase vor sowie nach solchen Maßnahmen zu erheblichen Verkehrsgefährdungen", argumentiert Braun.

Den größten Umweg wegen der Sperrung müssen die Bürger von Oberbillig fahren. Wollen sie nach Konz, müssen sie zuerst moselaufwärts nach Temmels und von dort aus über Tawern und Könen fahren. Einen Vorteil gibt es: Auf der verwaisten Bundesstraße können die Oberbilliger joggen, Fahrrad fahren oder spielen. "Es ist zwar viel ruhiger im Ort", sagt Ortsbürgermeister Andreas Beiling. "Aber im Großen und Ganzen sind alle froh, wenn die Straße wieder offen ist."

Laut Beiling sind seit Beginn der Sperrung immer wieder "Verwirrte unterwegs". Es sei vorgekommen, dass Autofahrer auf der Suche nach einer nicht vorhandenen offiziellen Umleitung in Oberbillig durch die Ortsstraßen gestreift seien.
Ortskundige nutzten öfter Wirtschaftswege nach Fellerich oder Wasserliesch. Das sei aber offiziell verboten. Erwischt die Polizei jemanden, der ohne Sondergenehmigung auf den Wirtschaftswegen fährt, belangt sie ihn mit einem Ordnungsgeld.
Polizei

Laut Markus Kohl, Leiter der Polizeiinspektion in Saarburg, gab es wegen der Sperrung nicht mehr Unfälle als sonst. Es seien aber mehr Autos unterwegs. Während sich das erhöhte Verkehrsaufkommen morgens entzerre, gebe es abends in der Regel in Könen einen Stau, der vom Donut-Kreisel in Konz bis zum Norma-Kreisel in Könen reiche. Mehr Autofahrer als ohne die Sperrung der B.419 seien auf Wirtschaftswegen zwischen Tawern, Oberbillig und Wasserliesch unterwegs. Dort hat die Polizei mehrfach kontrolliert - zum Teil wurden laut Kohl Bereitschaftspolizisten hinzugezogen.
Wer ohne Genehmigung auf einem Wirtschaftsweg erwischt wird, muss in der Regel 15 Euro bezahlen. cmk

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