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Zwischen Stiftskirche und Grabsäulen

Zwischen Stiftskirche und Grabsäulen

Ob am Flussufer oder in der Innenstadt: Sarrebourg hat einiges zu bieten. Die Stadt ist von vielen verschiedenen Baustilen geprägt - und von ihrer Vergangenheit als Garnisonsstadt.

Sarrebourg. Das Stadtzentrum Sarrebourgs bildete im Mittelalter zweifellos der Franziskanerplatz. Dort standen die Stiftskirche und das Schloss des Herzogs von Blieskastel, der das Kloster im Jahr 1265 bauen ließ. Die Kirche wurde später erweitert und ging dann im Kloster auf.
Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Kapelle ein erstes Mal restauriert. Nach der Französischen Revolution dienten das Kloster als Kaserne und die Kirche als Stall. 1970 wurde beschlossen, dass nur der Chor der Kapelle erhalten werden könne. Der Rest des brüchigen Gemäuers wurde abgerissen.
Der Sarrebourger Bürgermeister Pierre Messmer, der kurz sogar französischer Premierminister war, bat den Künstler Marc Chagall, den Chor mit einem großen Kirchenfenster zu schließen. Dieses Fenster wurde von der berühmten Glasmanufaktur Marq aus Reims hergestellt. Es ist 12 Meter hoch und thematisiert den Frieden. Seit 1994 hängt im Chor auch ein Wandteppich mit dem gleichen Thema.
In der Innenstadt kann der Sarrebourg-Besucher ein Kinogebäude aus dem Jahr 1912 bestaunen. Es wurde im Jugendstil erbaut.
Im Mittelalter umringte eine Stadtmauer Sarrebourg. Diese wurde 1256 von Jean d\'Apremont erbaut, dem Bischof von Metz. Die Mauer hatte eine Länge von 1670 Metern und wurde von 28 Türmen flankiert. Vier Türme führten aus der Stadt. Die Überreste der Stadtmauer kann man heute noch im Parc de la Liberté sehen.
Vor der Stadtmauer stehen römische Grabsäulen, die aus dem Freiwaldfriedhof der Gemeinde Troisfontaines stammen. In der Postillionstraße stehen noch Häuser, die ihren mittelalterlichen Charakter erhalten haben.
Eines der prächtigsten Gebäude Sarrebourgs beherbergt heute die Stadtbücherei. Das ehemalige Hotel wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Die Saint-Barthélemy-Kirche, die ehemalige Stiftskirche Saint-Etienne existiert bereits seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde sie im 18. Jahrhundert wiedererrichtet. Beim Wiederaufbau entdeckte man die Überreste eines galloromanischen Gebäudes und Überreste merowingischer Gräber. Eine Besonderheit hat auch der Sarrebourger Bahnhof zu bieten. Züge und parkende Busse und Autos stehen hier nebeneinander, denn das Bahnhofsgebäude steht in einigem Abstand zu den Gleisen. Auf dem Vorplatz steht die Meisterhand, eine Kunstinstallation, die Besuchern die Hand reicht. sen