Zwischen Stundenplan und Gitarre

Für den leidenschaftlichen Pädagogen ist die Weiterentwicklung der Berufsbildenden Schule am Standort Hermeskeil oberstes Ziel. Die Zusammenarbeit mit Firmen und dem benachbarten Gymnasium soll intensiviert werden.

 Ein breites Lächeln und eine in sich ruhende Persönlichkeit: Heinz Oberbillig. TV- Foto: Herbert Thormeyer

Ein breites Lächeln und eine in sich ruhende Persönlichkeit: Heinz Oberbillig. TV- Foto: Herbert Thormeyer

Hermeskeil. (doth) Mit einem breiten Lächeln empfängt Heinz Oberbillig seine Gesprächspartner. Der 57-jährige ist neuer Leiter der Berufsbildenden Geschwister-Scholl-Schule Saarburg, Außenstelle Hermeskeil, mit 208 Schülern und 27 Lehrern. Er tritt die Nachfolge von Manfred Reiter an (der TV berichtete).

Oberbillig, seit 1983 im Schuldienst, unterrichtet Deutsch, Religion, Sozialkunde und Wirtschaftslehre. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Die Bedeutung seiner Schulform definiert Oberbillig so: "Die Berufsschule besuchen die meisten Schüler überhaupt. Sie ist das direkte Bindeglied zur Berufswelt."

Besonders am Herzen liegt ihm das Bemühen, Schüler ohne Hauptschulabschluss in einem Jahr zur Berufsreife zu führen, was in den meisten Fällen auch gelingt. In dieser Schulform seien alle Bildungsabschlüsse möglich, wenn auch nicht an jedem Standort.

Der Anlauf zum Studium war bei Oberbillig nicht der kürzeste: "Nach neun Volksschuljahren kamen acht Jahre als Gymnasiast. "Aber ohne "Ehrenrunde", beeilt sich der studierte Pädagoge, Germanist und Theologe zu betonen.

"Die Religion ist die Grundlage meines Lebens, denn Verständnis und Nächstenliebe sind wichtig im Umgang mit Menschen", sagt Oberbillig. Gleichwohl sei es gefährlich, zu viele Probleme mit nach Hause zu nehmen.

Den Grund, warum er gerade Berufsschullehrer wurde, erklärt er so: "Die Jugendlichen hier sind in einem Alter, in dem wahnsinnig viel passiert und Verantwortung für sich selbst und andere gelernt werden muss." Deshalb sei das selbstgesteuerte Lernen solch ein großes Thema an der Berufsbildenden Schule.

Die Arbeit als Pädagoge werde künftig nicht leichter, denn die Schüler bringen immer gravierendere Probleme aus dem Elternhaus und dem sozialen Umfeld mit.

Entspannung findet Oberbillig in der Musik, nicht nur beim Hören, sondern vor allem auch handgemacht auf der Gitarre. Er ist Mitglied der Lehrerband. "Die Musik bringt auch neue Ideen, die in entspannter Atmosphäre mit den Kollegen umgesetzt werden: "Wir sind ein Team."

Um den Schulstandort zu erhalten, der immer wieder infrage gestellt wird, sollen die Angebote weiterentwickelt werden, zum Beispiel in einer intensiven Kooperation mit der Oberstufe des benachbarten Gymnasiums. Auch diese Schulform könne von mehr Praxisbezug profitieren. Die reale Arbeitswelt in Praktika zu erleben will der neue Schulleiter der Berufsbildenden Schule seinen Schützlingen noch stärker ermöglichen.