1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Fest: Zwischen Tradition und Moderne

Fest : Zwischen Tradition und Moderne

Die Nitteler Tage der offenen Keller locken wieder Tausende Besucher an. Kulinarisch und auch musikalisch gibt es einiges zu entdecken.

Tradition und Fortschritt – während der Nitteler Tage der offenen Keller können die Gäste beides erleben. Das wird augenfällig bei einer Rundtour durch die Weinbetriebe in Rehlingen sowie in Nittel.

Wenn im Culinarium in Nittel geräucherter Tunfisch auf der Speisekarte steht, dann ist das schon ein ganz besonderes Angebot. Erst recht, wenn sich die Küche zutraut, trotz Massenandrangs so ein exklusives Gericht anzubieten. Denn die Tage der offenen Keller locken jedes Jahr aufs Neue Tausende Besucher an die Obermosel. Da erfordert es Können und Vertrauen in die Küchenmannschaft.

Wer es dagegen traditionell liebt, kommt in Nittel ebenfalls auf seine Kosten. Zum Beispiel im einladenden Innenhof des Weinguts Karl Sonntag. Dort sitzt Roland Müller mit seiner Familie und genießt die typische „Nitteler warm‘ Schmier“ – ein im Kontaktgrill getoastetes Graubrot mit Schinken, Käse und Zwiebeln. Und Experten für dieses einfache Essen streuen sich noch etwas Piripiri auf den Belag und klappen dann das Brot wieder zusammen.

Weingüter wie das von Karl Sonntag haben keinen regulären Weinstubenbetrieb. Daher nutzen die Müllers die Gelegenheit, um hier essen und trinken zu gehen. „Und wenn dann im Juni Hoffest ist, kommen wir noch mal“, sagt Roland Müller.

Bei Egon Weber in Rehlingen geht es rustikaler zu. Da wird die Garage geöffnet, Campingstühle und -tische rein – und die Gäste können kommen. Und es kommen viele. Sogar per Pferd. Fünf Reiter traben vor, binden die Pferde an einen Baum und lassen sich den Elbling schmecken. „Ich stehe voll hinter dem Elbling als unserer traditionellen Rebsorte hier an der Obermosel“, sagt Egon Weber. Das sehen seine Gäste offensichtlich auch so. Denn die Weinstube ist gut gefüllt. „Zu uns kommen die Leute gern, wenn sie von Nittel nach Rehlingen wandern“, sagt Weber.

Als dann auch noch die Weinkönigin Antonia und ihre Prinzessin Lena erscheinen, wird den traditionsbewussten Freunden der moselländischen Gemütlichkeit zusätzlich warm ums Herz.

Das Weingut Bernd Frieden an der Uferstraße in Nittel hat sich ein ganz anderes Programm ausgedacht. Nach einem ausgiebigen Brunch am Sonntagvormittag – „Es war köstlich“, sagen Tamara, Steffi und Ernst Beck – trat zur Mittagszeit der Chor „Die neue Generation“ aus Palzem auf. Die Lieder, Popsongs aus den vergangenen 50 Jahren, die mit Playback-Musik unterlegt waren, kamen gut an.

Bei Nico Sonntag, dem Neuling unter den Veranstaltern bei den diesjährigen Tagen der offenen Keller, trafen sich eher die unter 30-Jährigen. Besucher, die oft nach Nittel kommen, freuen sich, dass Nico das Weingut Alois Sonntag aus dem Dornröschenschlaf erweckt hat. Der Hof sei wirklich einladend, meint ein Besucher.

Bei den Kellertagen wird noch bis Dienstag, 1. Mai, gefeiert. Der 1. Mai ist traditionell der Tag mit dem größten Publikumsandrang. Es soll kühl, aber trocken werden – ideal, um von Weingut zu Weingut zu laufen.