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Zwischenergebnis zum Verbandsgemeinderat Hermeskeil: Große verlieren, Grüne auf Anhieb zweistellig

Wahl zum Verbandsgemeinderat Hermeskeil : Große verlieren – Grüne auf Anhieb zweistellig

Das vorläufige Endergebnis für den Verbandsgemeinderat Hermeskeil steht wegen einer technischen Panne noch aus. Deutliche Trends zeichnen sich nach 21 von 22 ausgezählten Stimmbezirken aber ab.

Von den 22 Stimmbezirken für die Wahl des neuen Rats der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil sind am späten Montagnachmittag 21 ausgezählt. „Weiter kommen wir heute nicht mehr“, meldet VG-Büroleiter Werner Haubrich gegen 16.30 Uhr. Der Grund sei eine technische Panne. Der Datenträger, auf dem die Wahlergebnisse aus der Hochwaldhalle abgespeichert sind, sei defekt. Die Daten ließen sich nicht abrufen und müssten am Dienstag noch einmal manuell erfasst werden. „Wir sind da kein Einzelfall“, sagt Haubrich. Landesweit hätten mehrere Orte dieses Problem beim kommunalen Rechenzentrum gemeldet, das die Kommunen mit den Datensticks ausgestattet habe. „Heute sind die so überlastet, dass sie uns nicht helfen können“, erklärt Haubrich.

Das Ergebnis, das zu diesem Zeitpunkt auf der Internetseite der VG abrufbar ist, ist somit zwar ein Zwischenergebnis und spiegelt nicht die endgültigen Stimmanteile und die Sitzverteilung im neuen Verbandsgemeinderat. Klare Tendenzen liefert es dennoch.

Demnach wird die CDU höchstwahrscheinlich stärkste Kraft im Gremium bleiben. Nach 21 ausgezählten Stimmbezirken kommt sie auf 36,1 Prozent der Stimmen, verliert damit aber vermutlich gegenüber 2014 (41 Prozent) an Boden. Statt den zuvor elf Mandaten wird sie voraussichtlich zehn erreichen. Das bis dato beste Ergebnis fährt sie in Geisfeld ein (52,6 Prozent), das schlechteste im Stimmbezirk Mehrgenerationenhaus in Hermeskeil (29 Prozent).

Auch die SPD verliert nach vorläufigem Stand Stimmen und landet vorerst bei 28,3 Prozent (vorher 30,3 Prozent). Dies reicht möglicherweise wieder für acht Sitze. Die Sozialdemokraten erhalten die meiste Unterstützung von den Wählern in Züsch (44,2 Prozent), die wenigste in Pölert (15,1 Prozent). Auch die FWG lässt wahrscheinlich leicht Federn und schafft 12,6 Prozent (2014 waren es 13 Prozent). Besonders stark ist sie in Grimburg (28,1 Prozent), schwach in Neuhütten (4,6 Prozent).

Bündnis 90/Die Grünen waren seit 2009 nicht mehr im VG-Rat vertreten. Sie gehören zu den Gewinnern dieser Wahl und ziehen voraussichtlich auf Anhieb wieder mit 10,5 Prozent der Stimmen und mindestens drei Sitzen in den Rat ein. Dabei profitieren sie zum einen von den leichten Verlusten bei SPD und CDU, zum anderen davon, dass die 2014 angetretene Piratenpartei diesmal nicht für den VG-Rat kandidiert hat. Besonders stark sind die Grünen-Ergebnisse in Muhl (16,9 Prozent). In Züsch erreichen sie nur fünf Prozent.

Die Bürger für Bürger, deren Mitbegründer Paul Port mit den Grünen diesmal eine eigene Wahlliste aufgestellt hatte, stagnieren nach vorläufigem Stand von Montagabend bei 8,9 Prozent. Sie fahren ihr vorläufig bestes Ergebnis in Damflos ein (14,2 Prozent), das schlechteste in Grimburg (3,5 Prozent). Für die Linke sieht es nach einem ähnlichen Ergebnis wie 2014 aus. Damals kam sie auf 3,5 Prozent, diesmal steht sie bislang bei 3,7 Prozent. Die größte Zustimmung erhält sie in Pölert (10 Prozent), in Hinzert allerdings erreicht sie gerade einmal 0,1 Prozent der Stimmen.

Aufgrund des Zwischenergebnisses lässt sich die exakte Sitzverteilung im 28-köpfigen Verbandsgemeinderat am Montagabend noch nicht angeben. Auch bei den Stimmanteilen kann es noch Schwankungen geben. Von daher fallen die ersten Reaktionen der Parteien zurückhaltend aus.

CDU-Listenführer Harmut Heck sagt am frühen Abend: „Es kann sich hier und da noch etwas verändern. Aber wir sind mit dem voraussichtlichen Ergebnis durchaus zufrieden.“ Die CDU-Fraktion werde wohl einen Sitz abgeben, aber angesichts der „gesamten politischen Entwicklung“ derzeit, sei dies noch zu verschmerzen. „Wir sind nach wie vor die stärkste Kraft und werden uns auf die Suche nach Partnern begeben.“

Uwe Roßmann (SPD), bisheriger Fraktionschef im VG-Rat, will sich zu dem Zwischenergebnis am Montag nicht äußern.

Paul Port, Anführer der Grünen-Liste, ist mit dem voraussichtlichen Abschneiden seiner Partei zufrieden. „10,5 Prozent aus dem Stegreif, das wäre schon gut“, sagt er. Dafür sei jedoch nicht allein der aktuelle Bundestrend verantwortlich, sagt der Reinsfelder. „Die Grünen haben in den vergangenen 20 Jahren ihre Linie in den wesentlichen Punkten beibehalten – im Gegensatz zu den Volksparteien CDU und SPD.“ Die Grünen seien zudem mitmarschiert bei den „Friday for Future“-Demos der jungen Generation für den Klimaschutz, wogegen andere Parteien die Teilnehmer als „Schulschwänzer“ bezeichnet hätten. „Diese Ignoranz rächt sich jetzt.“

 Zwischenergebnis VG-Rat Hermeskeil nach 21 von 22 Stimmbezirken
Zwischenergebnis VG-Rat Hermeskeil nach 21 von 22 Stimmbezirken Foto: TV/Schramm, Johannes

Der TV wird über das Endergebnis der Hermeskeiler VG-Ratswahl in der kommenden Mittwochausgabe und – sobald es vorliegt – auch online berichten.