Zwölf-Meter-Aufzug für die Saarburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung : Aufzug soll Besucher zur Saarburg führen

Erstmals wurden die Pläne für mehr Barrierefreiheit am Wahrzeichen der Stadt vorgestellt. Kosten: eine Millionen Euro. Zudem ging es in der Sitzung des Bauausschusses um Vorarbeiten für das im Stadtteil Beurig geplante Hotel.

Eng und stickig ist der Besprechungsraum im provisorischen Domizil des Saarburger Bauamtes an der Irscher Straße. Trotzdem arbeiten die gut 15 Teilnehmer der Bauausschusssitzung das umfangreiche Programm konzentriert ab.

Auffälligstes Thema: Barrierefreiheit. Zusammen mit der Verbandsgemeinde (VG) Konz wurde die ehemalige VG Saarburg als Modellregion für das Programm „Tourismus für alle“ ausgewählt. Die Saarburger Kulturgießerei und die Sesselbahn wurden oder werden bereits weitestgehend barrierefrei umgestaltet. Nun kommt das Wahrzeichen der Region, die Burg, an die Reihe.

Nicht nur Rollstuhlfahrer sollen sich künftig die Überreste des alten Gemäuers anschauen können, sondern auch Gehbehinderte, Blinde, Rollatorfahrer, Familien mit Kinderwagen und Radfahrer. All diese Menschen sollen wohl ab Ende 2022 die mächtige Burganlage über einen Aufzug erreichen können. Insgesamt werden rund 100 000 Besucher auf der Burg erwartet.

Das beauftragte Saarburger Ingenieurbüro Krämer hat dem Bauausschuss die mit dem Behindertenbeauftragten Klaus-Peter Thiel und der Denkmalschutzbehörde abgestimmten Pläne vorgestellt.

Demnach soll ein zwölf Meter hoher Aufzug in Form eines grau-anthrazitfarbenen, metallenen Kubus mitten im Burgberg am Kolpingweg entstehen. Steigungen der Zuwege müssen auf maximal sechs Prozent reduziert werden. Diverse Lifter und eine Metallbrücke auf dem Gelände sieht der Planer ebenfalls vor.

Ingenieur Jürgen Krämer spricht von einem  „Riesenaufwand“ in einem historisch sensiblen Bereich sowie von einer „spektakulären Optik“. Bürgermeister Jürgen Dixius verweist auf das große Potenzial gehandicapter Touristen. „Das Wahrzeichen muss für alle Menschen erlebbar werden!“, sagt er.

Was das alles kostet? Knapp eine Million Euro ist veranschlagt. Die Stadt bräuchte jedoch nur 15 Prozent davon zu zahlen, 85 Prozent kommen aus Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat, 140 000 Euro für das Projekt in den nächsten Haushalt einzustellen.

Der Bauausschuss hat sich zudem mit den Vorarbeiten für ein weiteres großes Projekt für Saarburg befasst. Er hat die Abrissarbeiten für den ehemaligen Toom-Markt in Beurig für rund 390 000 Euro (geplant waren 410 000 Euro) an eine renommierte Firma aus Norddeutschland vergeben. Auf dem Gelände soll eine von Star-Designer Matteo Thun gestylte Hotel und Appartementanlage gebaut werden, für die ein Investor 20 Millionen Euro in die Hand nehmen will. Der Abriss ist für die erste Jahreshälfte 2020 vorgesehen.

Zahlreiche Bauanträge und Änderungen von Bebauungsplänen im Kammerforst und in den Gewerbegebiet Irscher Straße I und II standen ebenfalls auf der Tagesordnung. In den Gewerbegebieten wird zwar den bestehenden Gewerbe- und Handwerksbetrieben Bestandsschutz gewährt. Entwässerungsprobleme, Emissionsschutz und der gewünschte Branchenmix machten aber Änderungen an den Bebauungsplänen nötig. Einstimmig und unter Berücksichtigung der Anwohnerinteressen wurden diese verabschiedet.

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