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Abschied mit hochklassigem Konzert

Der scheidende Dirigent Heinz-Dieter Schick. TV-Foto: Rolf Neller
Der scheidende Dirigent Heinz-Dieter Schick. TV-Foto: Rolf Neller
Tawern. Das neue Tawerner Bürgerhaus war Schauplatz eines hochklassigen Konzertes, mit dem sich der MV Lyra Tawern von seinem langjährigen Dirigenten Heinz-Dieter Schick verabschiedete.

Tawern. "Wir sind stolz, dass es uns vorbehalten ist, die konzertante Premiere im neuen Bürgerhaus auszurichten", sagte die Vereinsvorsitzende Bärbel Weber in ihrer Begrüßung, "und wir sind traurig, dass sich mit dieser Premiere unser langjähriger Dirigent Heinz-Dieter Schick von uns verabschiedet."
Man trennt sich jedoch keineswegs im Streit. "Ich habe es in meiner Dirigentenlaufbahn immer so gehalten, nach spätestens zehn Jahren den Verein zu wechseln, damit neue Ideen entwickelt werden und eingefahrene Gleise vermieden werden können", sagt Schick.
Bisher dirigierte er äußerst erfolgreich die Musikvereine in Nittel, Oberbillig und Palzem. Seit 2002 steht er am Pult des MV Lyra Tawern.
In dieser Zeit hat er das 46-köpfige Hauptorchester zu einem nahezu perfekten Spiel geführt. Im "Concerto d\'Amore" von Jacob de Haan wechselte man flink von getragenen Harmonien zu rhythmischem Spiel. Schick, der selbst durch das Programm führte, verstand es, das Publikum vor den einzelnen Stücken neugierig zu machen - indem er die in den Werken enthaltenen Themen einzeln vorspielen ließ und erläuterte, was der Komponist dadurch ausdrücken wollte.
Besonders eindrucksvoll gelang dies bei "Pilatus: Mountain of Dragons." In einer nahezu symphonischen Dichtung wurde der Aufstieg auf den Luzerner Hausberg "Pilatus" erzählt, das Auftauchen des sagenumwobenen Drachens; selbst das angestrengte Schnaufen der Zahnradbahn, die auf das Massiv führt, war im Hintergrund zu hören.
Dass sich der Verein um seine Zukunft keine Sorgen zu machen braucht, stellte im zweiten Teil das 22 Musiker starke Jugendorchester unter seinem Dirigenten Oliver Müller unter Beweis, das besonders mit der Melodienfolge aus "Der Herr der Ringe" lebhaften Beifall erntete.
Den Schluss übernahm wieder das Hauptorchester. Wem der erste Teil vielleicht etwas zu schwer erschienen war, der wurde nun mit schmissigen Melodien aus "Starlight Express" und einem Querschnitt der Hits von Udo Jürgens entschädigt.
Die Zuhörer im mehr als voll besetzten Bürgerhaus - es mussten sogar noch zusätzliche Stuhlreihen gestellt werden - dankten den Musikern und dem Dirigenten mit großem Applaus.
Schick verlässt den Verein nicht sofort. "Ich bleibe noch, bis ein Nachfolger gefunden ist", sagt er.
Wo er in Zukunft tätig sein wird, weiß er noch nicht. Wer seinen Platz einnehmen wird steht auch noch nicht fest.
Fest steht aber, dass der Neue einen anspruchsvollen Posten zu übernehmen hat als Dirigent eines Vereins, der sich auf höchstem musikalischen Niveau bewegt. nero